Luxemburgische Sprache wird digital

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Kulturminister Eric Thill, der Direktor des Zentrums für die luxemburgische Sprache (Zenter fir d'Lëtzebuerger Sprooch, ZLS), Alexandre Ecker, und die Leitung der Gemeinde Nidderaanwen, angeführt von Bürgermeister Fréd Ternes, haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Stellung der luxemburgischen Sprache im öffentlichen Leben auf kommunaler Ebene stärken soll. Dies ist die erste derartige Vereinbarung zwischen der ZLS und einer Gemeinde im Großherzogtum.
Die Gemeinden spielen eine Schlüsselrolle in der täglichen Kommunikation mit den Einwohnern, da sie meist die erste Anlaufstelle für wichtige Informationen sind. Niederanwen zeichnet sich seit langem durch seine Loyalität gegenüber der Muttersprache aus: Die offizielle Website der Gemeinde ist vollständig auf Luxemburgisch und auch in anderen Sprachen verfügbar. Dies ist nicht nur für Muttersprachler, sondern auch für Sprachschüler besonders wertvoll: Sie können Texte in verschiedenen Sprachen vergleichen, um ihr Verständnis zu verbessern.
Im Rahmen der unterzeichneten Vereinbarung wird ZLS Zugang zu den Textinhalten der digitalen Plattformen von Niederanwen erhalten, und das Versorgungsunternehmen selbst wird die Sprachplattform von ZLS, die Spracherkennung, Text-zu-Audio-Synthese und andere Werkzeuge umfasst, in großem Umfang nutzen. Dies wird die Zugänglichkeit digitaler Inhalte verbessern - zum Beispiel werden Menschen mit Sehbehinderungen in der Lage sein, sich das Material auf der Website anzuhören.
In naher Zukunft wird die ZLS auch dazu beitragen, Leitlinien für die Verwendung der vereinfachten Sprache (liicht Sprooch) zu entwickeln - eine angepasste Sprache, die von einem breiten Spektrum von Bürgern leicht verstanden werden kann. Dies wird allen anderen Gemeinden dabei helfen, ihre digitalen Dienste schließlich auch in Luxemburgisch anzubieten.
Minister Eric Thiel nannte das Projekt "einen wichtigen ersten Schritt": "Es stärkt die Zusammenarbeit mit den Kommunen und fördert unsere Sprache im Alltag. Ich bin mir sicher, dass die Produkte, die im Rahmen dieser Konvention entstehen, allen zugute kommen werden, insbesondere den kleinen Gemeinden". Solche Materialien und Hilfsmittel könnten in Zukunft überall eingesetzt werden, sagte er, von Glossaren für Verwaltungen bis hin zu digitalen Hilfsmitteln für die Aufzeichnung von Gemeinderatssitzungen auf Luxemburgisch.
Das Projekt wird unter Beteiligung von Syvicol, dem Verband der luxemburgischen Gemeinden, durchgeführt, der bei der Unterzeichnung durch Jacques Bauer vertreten wurde. Syvicol wird allen interessierten Gemeinden methodische Unterstützung bieten, um die Niederanwen-Praxis als Standard zu verbreiten.