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Claude Meisch: "Die Lösung des Wohnungsproblems erfordert eine gemeinsame Anstrengung"

Zuletzt aktualisiert
25.02.25
Real estate in Luxembourg

Maria Ziegler, Unsplash

Der luxemburgische Minister für Wohnungswesen, Claude Meisch, sprach in einem Interview mit d'Handwierk über die Herausforderungen und Pläne zur Bewältigung der Wohnungskrise in Luxemburg. Obwohl das Budget des Sonderfonds für Wohnungsbau im Jahr 2025 auf 461 Millionen Euro aufgestockt wurde, wurden im Jahr 2023 nur 58 Prozent der zugewiesenen Mittel verwendet. Die Ministerin erklärte, dass die Realisierung von Bauprojekten Zeit brauche und die Regierung bereit sei, proaktiv zu handeln, um den Prozess zu beschleunigen.

Meisch sagte, dass das Hauptziel darin bestehe, in Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Bauträgern sowie mit Kommunen und gemeinnützigen Organisationen mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Er betonte, dass die Lösung des Wohnungsproblems eine gemeinsame Anstrengung erfordere, weshalb die Regierung private Bauträger einbeziehe.

Im Jahr 2024 wurden 15 VEFA-Wohnungsbauverträge (Kauf im Bau) über insgesamt 165 Mio. EUR unterzeichnet. Der Bau braucht jedoch Zeit, und bürokratische Prozesse verlangsamen die Umsetzung. Um den Prozess zu beschleunigen, hat die Regierung einen Katalog von 40 Maßnahmen zur Verwaltungsvereinfachung entwickelt, der im Juni 2024 vorgelegt wurde und eine schnellere Verwendung der zugewiesenen Mittel ermöglichen soll.

Maish betonte, dass die Beschleunigung des bezahlbaren Wohnungsbaus eine Priorität sei, die auch zur Stabilisierung des Bausektors beitragen werde. Zu diesem Zweck nutzt die Regierung alle verfügbaren Instrumente und Daten, um die Projekte zu beschleunigen. Der wichtigste Schritt in diese Richtung war die Vereinfachung der Verwaltungsverfahren.

Darüber hinaus fördert die Regierung aktiv die VEFA-Strategie, indem sie neue Projekte analysiert und die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor verstärkt. Die Einbindung privater Bauträger und die Schaffung von Mitarbeiterwohnungen sind zu einem wichtigen Aspekt geworden. Öffentlich-private Partnerschaften (PPP) werden als wirksame Strategie angesehen, und es ist geplant, im Frühjahr 2025 Mietprojekte über PPP zu starten.

Ein wichtiger Teil der Strategie war die Mobilisierung von "Baulücken" - leere Grundstücke in bereits bebauten Gebieten, die es ermöglichen, bis zu 23.000 neue Wohnungen für 50.000 Menschen zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde das Projekt "Raum+" ins Leben gerufen, bei dem mehr als 12 000 leere Grundstücke ermittelt wurden.

Im Jahr 2023 wurden 315 Wohnungen von der Stiftung Wohnen und der SNHBM gebaut. Meisch ist zuversichtlich, dass das Bauvolumen in den kommenden Jahren aufgrund von Großprojekten steigen wird: Wunne mat der Wooltz, Nei Schmelz und Itzeger Knupp.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen SNHBM, dem Wohnungsbaufonds und privaten Bauunternehmen ist wichtig für die erfolgreiche Umsetzung der Pläne. Meisch betonte, dass jede Gemeinde in ihrem Gebiet zum Bauträger werden kann und die Regierung bereit ist, lokale Initiativen zu unterstützen.

Der Minister wies darauf hin, dass die Autonomie der Gemeinden den Entwicklungsprozess oft behindert, weil sie nicht bereit sind, die Bevölkerungsdichte zu erhöhen. Um die Gemeinden zu motivieren, sich aktiver an der Planung und dem Bau von Wohnungen zu beteiligen, bereitet die Regierung Gesetzesänderungen vor, darunter die Reform von Artikel 29bis.

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25.02.25

Fotos aus diesen Quellen: Maria Ziegler, Unsplash

Autoren: Alex