Die Hälfte der luxemburgischen Studenten sind Ausländer

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Nach Angaben von Eurostat werden im Jahr 2023 1,76 Millionen ausländische Studierende an Universitäten und anderen Hochschuleinrichtungen in der Europäischen Union studieren, das sind 8,4 Prozent aller Hochschulstudenten. Diese Zahlen spiegeln einen wichtigen Trend wider: Europa bleibt eines der wichtigsten Zentren der akademischen Mobilität weltweit.
Allerdings ist das Bild je nach Land sehr unterschiedlich. Der absolute Spitzenreiter in Bezug auf den Anteil internationaler Studierender ist Luxemburg, wo sie 52,3 % der Gesamtzahl der Studierenden ausmachen. Diese hohe Konzentration erklärt sich durch die geringe Größe des Landes, seine geografische Lage und sein mehrsprachiges Bildungsumfeld. An zweiter Stelle steht Malta (29,6 %), und Zypern (22,3 %) rundet die ersten drei Plätze ab. Das Gegenteil ist der Fall in Griechenland (3,0 %), Kroatien (3,7 %) und Spanien (4,3 %), wo internationale Studierende nur einen kleinen Teil der Hochschulpopulation ausmachen.
Die Geografie der Herkunft der Studierenden ist nicht weniger interessant. In zwanzig EU-Ländern stammt die Hauptgruppe der Studienanfänger aus anderen europäischen Ländern. Besonders hoch ist diese Zahl in der Slowakei (91,3 %), Slowenien (89,4 %) und Kroatien (89,0 %). Aber es gibt auch andere Muster: In Irland (45,0 %), Finnland (43,3 %), Deutschland (40,1 %) und Italien (36 %) kommt der Großteil der internationalen Studierenden aus Asien. In Frankreich kommt mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden aus Afrika (52,3 %), und in Spanien stammt fast die Hälfte (46,7 %) aus der Karibik, Mittel- und Südamerika.
Diese Unterschiede machen deutlich, dass die Mobilität der Studierenden nicht nur eine Frage der akademischen Wahl ist, sondern auch das Ergebnis historischer, kultureller und wirtschaftlicher Bindungen. So erklärt beispielsweise Frankreichs koloniale Vergangenheit den starken Zustrom von Studierenden aus afrikanischen Ländern, während Spaniens kulturelle Nähe und die gemeinsame Sprache mit Lateinamerika vom Land beeinflusst werden.