Früherkennung von Lernbehinderungen in Luxemburg: neue Instrumente und mehrsprachige Diagnose

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Am 31. März 2025 stellte der Minister für Bildung, Kindheit und Jugend, Claude Meisch, ein aktualisiertes nationales System zur Früherkennung von spezifischem Lernbedarf vor. Dieses umfasst Beeinträchtigungen wie Hören, Sprache, motorische Entwicklung, Sehen und Lernbehinderungen. Das vorgestellte System ist international als eines der wirksamsten anerkannt und wird nun durch neue Diagnoseinstrumente ergänzt, die an die mehrsprachige Realität der luxemburgischen Schulen angepasst sind.
"Wir wollen mögliche Schwierigkeiten so früh wie möglich erkennen, damit jedes Kind die richtige Unterstützung erhält. Das ist der beste Weg, um Schulversagen zu verhindern und das Selbstvertrauen zu erhalten", betonte Minister Claude Meisch. Je früher ein Lernhindernis erkannt werde, desto effektiver könne gehandelt werden - sowohl für die Schüler selbst, ihre Familien als auch für die Lehrer.
Von den acht spezialisierten Zentren im Bereich der Psychopädagogik sind mehrere an den obligatorischen Untersuchungen in den öffentlichen Schulen beteiligt.
Das Centre de logopédie (Zentrum für Logopädie) arbeitet mit Kindern ab dem ersten Schuljahr, um mögliche Hör- und Sprachstörungen festzustellen. Teams aus Sprachtherapeuten und Lehrern untersuchen die Schüler auf Abweichungen von der Norm.
Das Zentrum für motorische Entwicklung (CDM) testet jährlich alle Schüler des Zyklus 1.2, um spezifische Beeinträchtigungen der motorischen Fähigkeiten rechtzeitig zu erkennen.
Das Zentrum für die Entwicklung visueller Kompetenzen (CDV) und die Forschungsstruktur LUCET haben eine innovative Methodik zur Beurteilung des Sehvermögens entwickelt, die in die nationalen standardisierten Tests (ÉpStan) des Zyklus 2.1 eingebettet ist. Das System ermöglicht es, potenzielle Sehbehinderungen zu erkennen, noch bevor sie formell bestätigt werden.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Entwicklung spezieller Diagnoseinstrumente für Legasthenie, Dysgraphie und Dyskalkulie, die den luxemburgischen Sprachbesonderheiten Rechnung tragen. Bisher musste das Großherzogin-Marie-Therese-Zentrum für Lernen (CDA) ausländische standardisierte Tests verwenden, die nicht immer für die Gegebenheiten des Landes geeignet waren.
Zusammen mit LUCET wurden Tests entwickelt, die in der Lage sind, zwischen Sprachschwierigkeiten und einer echten Störung zu unterscheiden, was in einem mehrsprachigen Umfeld besonders wichtig ist. Es kann sein, dass ein Kind nicht aufgrund einer kognitiven Beeinträchtigung Schwierigkeiten hat, sondern weil es die zweite oder dritte Unterrichtssprache noch nicht ausreichend beherrscht.
Der nächste Schritt wird die Einführung eines Systems zur frühzeitigen Erkennung psychischer Gefährdungen sein. Dieses Projekt, das ebenfalls in Zusammenarbeit mit LUCET entwickelt wird, zielt darauf ab, Anzeichen von Angst, Stress und emotionalen Schwierigkeiten bei Schülern früher zu erkennen. Ziel ist es, individuelle Unterstützung anzubieten und das psychische Wohlbefinden der Kinder zu verbessern.