Kokain, synthetische Opioide und neue Bedrohungen: Berichte über Drogen in Europa und Luxemburg veröffentlicht

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) und das Nationale Zentrum für Drogenüberwachung in Luxemburg haben ihre Jahresberichte zur Drogensituation in Europa und im Großherzogtum veröffentlicht. Aus den Berichten geht hervor, dass der Drogenmarkt immer vielfältiger wird und dass neue synthetische Substanzen zusätzliche Risiken für die öffentliche Gesundheit mit sich bringen.
Gleichzeitig verzeichnet Luxemburg positive Ergebnisse bei der Bewältigung der Folgen der Drogenabhängigkeit: Die Sterblichkeitsrate aufgrund von Überdosierungen sinkt weiter und liegt weiterhin deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.
Laut einem europäischen Bericht haben Experten allein im Jahr 2025 erstmals 50 neue psychoaktive Substanzen identifiziert. Besonders besorgniserregend ist die neue Generation synthetischer Opioide – Nitazene und Orphine. Diese Substanzen sind deutlich stärker als herkömmliche Drogen und werden oft unter dem Deckmantel gewöhnlicher Medikamente vertrieben, was das Risiko schwerer Vergiftungen und tödlicher Überdosierungen erhöht. Experten weisen zudem auf die wachsende Beliebtheit von E-Zigaretten hin, die synthetische Cannabinoide oder Nikotin enthalten, insbesondere bei Jugendlichen.
Einer der auffälligsten Trends der letzten Jahre ist nach wie vor der Anstieg des Kokainkonsums. In Europa steigt die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Behandlungsanfragen im Zusammenhang mit dieser Droge. Gleichzeitig beobachten Experten die Verbreitung von Crack, insbesondere unter sozial schwachen Bevölkerungsgruppen in Großstädten. Trotz des Aufkommens neuer synthetischer Substanzen sind Opioide nach wie vor die häufigste Ursache für drogenbedingte Todesfälle in europäischen Ländern.
Was ist los in Luxemburg?
Dem nationalen Bericht zufolge galten im Jahr 2024 landesweit etwa 2.684 Menschen als stark drogengefährdet. Das sind mehr als vor fünf Jahren. Das Konsumverhalten ändert sich jedoch allmählich. Der Konsum von Opioiden und injizierbaren Drogen nimmt weiter ab, während der Kokainkonsum zunimmt. Cannabis und Kokain sind mittlerweile die Hauptgründe für die Inanspruchnahme einer Behandlung. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Behandlungsanfragen im Zusammenhang mit Kokain im Vergleich zu 2013 fast verdoppelt.
Einer der erfreulichsten Trends ist nach wie vor der Rückgang der Zahl tödlicher Überdosierungen. Während im Jahr 2000 in Luxemburg 26 drogenbedingte Todesfälle verzeichnet wurden, lag diese Zahl im Jahr 2024 bei 12. Die Behörden führen dieses Ergebnis zum Teil auf die Arbeit der Drogenkonsumräume und die Entwicklung von Programmen zur Schadensminderung zurück. Seit September 2024 führt das Land zudem ein Programm zur Verteilung von Naloxon an aus der Haft entlassene Personen durch. Das Medikament kann im Falle einer Opioid-Überdosis eingesetzt werden, um den Tod zu verhindern.
Die Cannabisreform verändert die Statistiken
Die Zahl der Cannabis-Delikte ist weiterhin rückläufig. Die Autoren des Berichts sind jedoch der Ansicht, dass dies in erster Linie auf Gesetzesänderungen zurückzuführen ist, die im Zuge der Reform von 2023 in Kraft getreten sind. Es sei darauf hingewiesen, dass Luxemburg volljährigen Bürgern unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, zu Hause Cannabis anzubauen und privat zu konsumieren. Gleichzeitig entwickelt sich der Markt weiter: Das Volumen der Sicherstellungen nimmt zu, während der THC-Gehalt in den Produkten steigt.
Der Bericht widmet dem Kokain besondere Aufmerksamkeit. Im Jahr 2024 stieg die Menge der beschlagnahmten Kokainmengen an, und die durchschnittliche Reinheit des Kokains erreichte 2025 Rekordwerte. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass ein Teil der beschlagnahmten Sendungen möglicherweise nicht für den heimischen Markt bestimmt war, sondern für den Weitertransport durch das Staatsgebiet. Dies wirft erneut die Frage nach der Rolle Luxemburgs als wichtiger Logistikknotenpunkt in den internationalen Handels- und Transportnetzen Europas auf.





