Michel Knepper: "Sport muss auf staatlicher Ebene anerkannt werden"

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Der neue Vorsitzende des Luxemburger Olympia- und Sportkomitees, Michel Knepper, ist eine Persönlichkeit mit einem tadellosen sportlichen Lebenslauf. Er begann seine Karriere 1985 als Präsident von Triathlon Luxemburg, war 2003 Mitbegründer des nationalen Triathlonverbands und ist seit 2013 im COSL aktiv, zunächst als Schatzmeister und dann als erster Vizepräsident. Dass er die Führung übernommen hat, liegt nicht nur an seiner Erfahrung, sondern auch an seinem Verantwortungsbewusstsein für die Projekte, die er ins Leben gerufen hat, darunter die Vorbereitungen für die Small Nations Games, die 2029 in Luxemburg stattfinden sollen.
Laut L'Essentiel ist Kneppers Ziel für die nächsten vier Jahre die Umsetzung des Projekts Sport 2.0, einer neuen Strategie für die Bereiche Bildung, Gesundheit, Stadtplanung und Infrastruktur. Das 150-seitige Dokument enthält zehn strategische Leitlinien, die darauf abzielen, den Sport vollständig in das tägliche Leben zu integrieren. Seiner Meinung nach wird der Sport in Luxemburg im Vergleich zu anderen Sektoren immer noch unterbewertet, trotz der Bemühungen des Sportministers. Das Hauptproblem ist der Mangel an Finanzmitteln.
Zu Kneppers Team gehören nun auch international bekannte Sportler wie Christine Majerus, eine ehemalige Radprofisportlerin, und die ehemalige Tennisspielerin Anne Kremer. Die Anwesenheit solcher Persönlichkeiten sei nicht nur symbolisch, sondern auch strategisch wichtig - ihr Fachwissen helfe, eine nachhaltige Sportpolitik aufzubauen.
Eine der Prioritäten des neuen Präsidenten ist die Stärkung der Beziehungen zwischen den Sportverbänden. Nur durch ein gemeinsames Auftreten, so glaubt er, können mehr Budgets und eine Professionalisierung erreicht werden. Die Interaktion auf technischer Ebene ist bereits gut etabliert, aber ansonsten, so räumt er ein, fehlt es noch an Vertrautheit und Dialog.
Eines der Ziele ist es, die Voraussetzungen für das Aufkommen neuer Stars wie der Leichtathletin Patrizia van der Weken zu schaffen. Das System verfügt bereits über wichtige Instrumente - Sportlycée, Trainingszentren, LIHPS. Namen wie Victoria Rausch, Ruben Querinjean und die Radsportlerin Marie Schreiber haben diese Struktur durchlaufen. Aber wie Knepper betont, garantiert kein System den Erfolg - es hängt alles vom Athleten und seiner Bereitschaft ab, den ganzen Weg zu gehen.