Die Universität Luxemburg ist unter Druck von Kritikern geraten.

University of Luxembourg. Source: Archdaily.com, Fernanda Castro
Die Universität Luxemburg hat auf eine Reihe von Medienberichten reagiert, in denen die Qualität des Arbeitsumfelds und die Transparenz der Beförderungsverfahren, insbesondere in der Fakultät für Rechtswissenschaften, Wirtschaft und Finanzen, in Frage gestellt wurden. Die Angelegenheit wurde vor den parlamentarischen Ausschuss für Hochschulbildung, Wissenschaft und Digitalisierung gebracht, wo Ministerin Stéphanie Obertin und die Leitung der Universität vor den Abgeordneten Stellung nahmen.
Die offizielle Position betont, dass die Universität alle Meldungen ernst nimmt, auch anonyme. Die Einrichtung, die rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt, darunter etwa 1.600 Wissenschaftler, arbeitet im Rahmen des Gesetzes vom 27. Juni 2018, das die Organisation und die Verfahren für die akademische Beförderung regelt. Beförderungen sind wettbewerbsorientiert, umfassen alle Fakultäten und Forschungszentren und werden von unabhängigen externen Experten bewertet.
Seit 2018 wurden rund 190 Beförderungsanträge geprüft, von denen 60 genehmigt wurden. Von den 130 abgelehnten Kandidaten haben nur vier das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht angefochten. Die Universität betont, dass laufende Gerichtsverfahren ihre Möglichkeiten einschränken, sich zu konkreten Fällen zu äußern, räumt jedoch ein, dass der starke Wettbewerb zu Spannungen führt. Als Reaktion darauf wurde im Januar 2025 das Büro für Professorenangelegenheiten eingerichtet, um akademische Karrieren zu unterstützen und Kandidaten auf Wettbewerbe vorzubereiten.
Besonderes Augenmerk wird auf das Arbeitsklima gelegt. Nach Angaben der Personalabteilung gab es zwischen 2020 und 2025 27 Beschwerden wegen unangemessenem Verhalten, Plagiaten, Diskriminierung oder Belästigung. In drei Fällen wurden Anzeichen für eine mögliche Belästigung festgestellt, und laut Angaben der Universität wurden in allen Fällen geeignete Maßnahmen ergriffen.
Die Geschäftsleitung stellt auch quantitative Indikatoren zur Verfügung, die ein Gesamtbild vermitteln sollen. In den Mitarbeiterbefragungen von 2023 lag die durchschnittliche Zufriedenheitsbewertung bei 3,88 von 5 Punkten. Die Fluktuationsrate der Mitarbeiter lag in den letzten fünf Jahren zwischen 3 und 4 %, und die Abbrecherquote unter den Doktoranden betrug 10 bis 15 %, was nach Einschätzung der Universität unter dem internationalen Durchschnitt liegt.
Vor dem Hintergrund anhaltender Kritik wurde im November 2025 unter der Aufsicht des Universitätsrats eine interne Überprüfung der Praktiken eingeleitet, deren Ergebnisse für März 2026 erwartet werden. Gleichzeitig ist eine Ausschreibung für eine unabhängige externe Prüfung der Personalpolitik und der Organisationsstrukturen geplant. Die Universität erklärt, dass sie beabsichtigt, die Ergebnisse beider Prozesse zu veröffentlichen, und bekräftigt ihr Bekenntnis zu den Grundsätzen eines respektvollen, fairen und unterstützenden Arbeitsumfelds.




