Luxemburgisch wird in den Stundenplan aufgenommen

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Das Lycée Michel Rodange hat erste Ergebnisse eines Pilotprojekts veröffentlicht, in dessen Rahmen Luxemburgisch als vollwertiges Wahlfach unterrichtet wird. Das im September 2023 gestartete Programm ermöglichte es den Schülern der Abschlussklasse, zum ersten Mal in der Bildungsgeschichte des Landes eine Abschlussprüfung in diesem Fach abzulegen.
Der Lehrplan wird schrittweise in das Schulsystem integriert. Ab der 11. Schulklasse (Troisième) können die Schüler Luxemburgisch als vierte Sprache wählen, wodurch sich ihr Wochenstundensatz um eine Stunde erhöht. Im 12. Schuljahr (Deuxième) haben die Schüler das Recht, vollständig auf den Unterricht in Deutsch oder Französisch zu verzichten, wenn sie sich für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Landessprache entscheiden. Im Abschlussjahr wird das Fach für die meisten Bildungszweige Teil des Kernlehrplans.
Jüngsten Untersuchungen zufolge ist Luxemburgisch für 49 % der Bevölkerung die wichtigste Verkehrssprache. Dozentin Catherine Millim betont, dass angesichts der Mehrsprachigkeit des Landes die Landessprache nach wie vor das wichtigste Instrument für die Integration im Alltag ist. Ihrer Ansicht nach ist die Notwendigkeit, Luxemburgisch lesen und schreiben zu können, heute größer denn je.
Diese Ansicht teilt auch Kulturminister Eric Thill. Als Reaktion auf Diskussionen in den sozialen Medien über die angeblich schwindende Bedeutung der Sprache erklärte der Minister, dass Luxemburgisch nach wie vor ein zentraler Bestandteil der Gesellschaft sei und dass das Angebot an Sprachkursen landesweit einen neuen Höchststand erreicht habe.
Die Schüler der Pilotgruppe haben den Kurs positiv bewertet und darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit, ihre Muttersprache auf akademischem Niveau zu lernen, selten ist. Viele betonen, dass die Beherrschung der luxemburgischen Grammatik selbst unter Muttersprachlern eine seltene Fähigkeit ist. Trotz des Erfolgs des Experiments wurden jedoch aufgrund mangelnder Nachfrage noch keine zusätzlichen Kurse für andere Altersgruppen eingeführt – Luxemburgisch muss im Stundenplan mit so beliebten Sprachen wie Spanisch, Italienisch und Chinesisch konkurrieren.





