Pflanzen säubern die Industriegebiete von Uckange

Roberta Sant'Anna, Unsplash
Auf dem Gelände eines stillgelegten Stahlwerks in der französischen Stadt Uckange (Uckange) in der Nähe von Thionville wird ein wissenschaftliches Experiment durchgeführt, um den Boden auf natürliche Weise von Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen zu reinigen. Die Projektleiterin Sonia Henry, Dozentin am Institut für Technologie der Universität Lothringen, baut auf der Industriebrachenfläche spezielle Pflanzen an. Die wichtigste in den Versuchen verwendete Art ist Elefantengras – Miscanthus x Giganteus. Diese Pflanze regt die Aktivität von Mikroorganismen im Wurzelsystem an, was dazu beiträgt, Metalle zu binden und die chemische Zusammensetzung des Bodens zu verändern, wodurch der Abbau organischer Schadstoffe gefördert wird.
Seit 2022 dient das ehemalige Stahlwerk als Freilandlabor zur Erprobung von Phytoremediationsmethoden – also dem Verfahren, bei dem Pflanzen zur Aufnahme, Stabilisierung oder zum Abbau von Schadstoffen eingesetzt werden. Die Initiative, die von der Gemeinde Val de Fensch in Zusammenarbeit mit der Universität Lothringen und dem Nationalen Institut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt (INRAE) durchgeführt wird, zielt darauf ab, umweltfreundliche Alternativen zu kostspieligen und aggressiven Methoden wie chemischer Behandlung oder Bodenaushub zu finden. Die Einzigartigkeit dieses Pilotprojekts liegt in der Verwendung von Kombinationen verschiedener Pflanzenarten. Neben Miscanthus haben die Wissenschaftler eine weitere Pflanze angepflanzt, deren Name derzeit noch geheim gehalten wird. Während Miscanthus organische Verbindungen abbaut, ist die zweite Pflanze auf die Entfernung metallischer Schadstoffe, insbesondere Zink, spezialisiert.
Die zweite Pflanze nimmt Metalle aus dem Boden auf und reichert sie in ihren oberirdischen Teilen an. Anschließend wird dieses kontaminierte Pflanzenmaterial, das keine Schadstoffe an die Luft abgibt, gesammelt, um die Metalle von einer anderen Forschergruppe weiter zu extrahieren und möglicherweise wiederzuverwenden. Dieser Ansatz ermöglicht es, sowohl organische Substanzen als auch anorganische Schadstoffe – darunter Nickel, Chrom, Zink und Kupfer – zu beseitigen, die ungleichmäßig über das Gebiet von Uckange verteilt sind. Laut Sonia Henry hängt die Sanierungsgeschwindigkeit direkt von der Konzentration der Giftstoffe und ihrer Bioverfügbarkeit ab – einem Maß dafür, wie leicht Wurzelsysteme oder Mikroben mit Schadstoffen interagieren können. Manchmal sind Schadstoffe so fest an Bodenpartikel gebunden, dass der Sanierungsprozess an Wirksamkeit verliert.
Obwohl sich das Experiment erst im zweiten Jahr befindet, zeigen die ersten Ergebnisse bereits deutliche Anzeichen für eine erfolgreiche Bodensanierung. Es sind weitere Beobachtungen erforderlich, um die langfristigen Auswirkungen und die für die vollständige Sanierung des Versuchsgeländes benötigte Zeit umfassend zu bewerten. Letztendlich hoffen die Forscher, ein funktionsfähiges Modell der Phytoremediation zu entwickeln, damit diese Technologie in größerem Maßstab eingesetzt und auf andere kontaminierte Industriestandorte angewendet werden kann.





