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Luxemburg entwickelt Strategie zur Prävention von Demenz

Zuletzt aktualisiert
09.03.26
Dementia in Luxembourg

Getty Images

Das Problem neurodegenerativer Erkrankungen in Luxemburg nimmt zu: Laut Rejko Krüger, Professor für Neurowissenschaften, leben im Land mehr als 9.000 Menschen mit Alzheimer und etwa 3.000 mit Parkinson. Jüngste Studien zeigen jedoch, dass fast die Hälfte aller Demenzfälle verhindert oder deutlich verzögert werden kann. Das nationale Präventionsprogramm, das vom Luxemburger Krankenhauszentrum (CHL) und dem Luxemburger Institut für Gesundheit (LIH) umgesetzt wird, konzentriert sich auf die Identifizierung früher Anzeichen für einen kognitiven Verfall.

Eine der wichtigsten Phasen des Programms ist die Unterscheidung zwischen objektiven Beeinträchtigungen und der subjektiven Wahrnehmung des Patienten. Die Neuropsychologin Amna Skrozic stellt fest, dass viele Menschen Hilfe suchen, wenn sie leichte Gedächtnislücken haben, die der alltäglichen Vergesslichkeit ähneln. Spezialisten beurteilen die Konzentrations- und Gedächtnisfunktion, um das Vorliegen einer moderaten kognitiven Beeinträchtigung festzustellen. Wenn Risiken bestätigt werden, erhalten die Patienten Gutscheine für die Teilnahme an speziellen Kursen, die auf die geistige und körperliche Stimulation abzielen.

Die wissenschaftliche Grundlage für Prävention basiert auf der Kontrolle sogenannter „Hoffnungsfaktoren“ – Umstände, die eine Person beeinflussen kann. Professor Kruger identifiziert mehrere kritische Bereiche:

  • Medizinische Indikatoren: Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker- und Cholesterinspiegel.
  • Lebensstil: Rauchen und geringe körperliche Aktivität.
  • Sensorische Defizite: Jüngste Studien haben den Zusammenhang zwischen Hör- oder Sehverlust und einem beschleunigten Fortschreiten der Demenz bestätigt.
  • Sozialer Aspekt: Der aktive Kontakt zu anderen Menschen gilt als wirksamer Mechanismus zum Schutz der neuronalen Verbindungen.

Obwohl neurodegenerative Prozesse derzeit noch unheilbar sind, beteiligen sich Wissenschaftler in Luxemburg an weltweiten klinischen Studien mit neuen Medikamenten. Die aktuelle Studie, an der sechs Patienten aus Luxemburg teilnehmen, testet die Wirksamkeit von Injektionen, die die Produktion von Antikörpern stimulieren, um Proteinaggregate zu entfernen, die Nervenzellen zerstören. Bei Erfolg könnte das Medikament innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre in Apotheken erhältlich sein.

Parallel zur klinischen Arbeit ermutigen Experten Menschen im Alter von 40 bis 50 Jahren, ihre Risiken präventiv zu bewerten. Zu diesem Zweck wurde eine kostenlose App namens Brain Coach entwickelt, mit der Nutzer ein persönliches Gesundheitsprofil erstellen können. Ziel der Initiative ist es, den Ausbruch der Krankheit so weit wie möglich hinauszuzögern, damit die Menschen ein erfülltes Leben führen können, ohne dass es zu schweren Stadien der Demenz kommt.

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Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex Mort