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Luxemburg importiert 36 Mal mehr Zigaretten als das Vereinigte Königreich

Zuletzt aktualisiert
28.11.25
Smoking breaks in Luxembourg

Getty Images, Unsplash

Die französische Nationalversammlung hat eine europäische Entschließung angenommen, die der Beginn einer grundlegenden Änderung der Regulierung des Tabakhandels auf EU-Ebene sein könnte. Das von dem Abgeordneten Frédéric Valletoux von der Partei Horizons initiierte Dokument ist rechtlich nicht bindend, verdeutlicht aber die Position Frankreichs im Vorfeld der Überarbeitung der europäischen Richtlinie über Tabakerzeugnisse.

Der Vorschlag sieht im Wesentlichen die Einführung von Tabakquoten vor, die dem tatsächlichen Verbrauch in jedem EU-Mitgliedstaat entsprechen. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die Einfuhr von Zigaretten für den persönlichen Gebrauch innerhalb des Schengen-Raums wieder zu beschränken und einen einzigen Jahresbericht über den illegalen Tabakhandel mit transparenten und vergleichbaren Daten zu erstellen.

Gleich im Text der Entschließung wird Luxemburg als ein Land mit einem ungewöhnlich hohen Angebot genannt: 21,56 Zigaretten pro Tag und Person - 36 Mal mehr als im Vereinigten Königreich. Nach Ansicht des französischen Komitees zur Bekämpfung des Rauchens (CNCT) spiegelt diese Diskrepanz nicht den tatsächlichen Verbrauch wider, sondern ein bewusstes Überangebot an Produkten, die für Parallelexporte - auch illegale - bestimmt sind.

"Solche Strategien heizen den grauen Markt an und umgehen die nationalen Maßnahmen zur Bekämpfung des Rauchens", so CNCT in einer Erklärung. Der Verband ist der Ansicht, dass die Hersteller eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung von Schattenzigarettenströmen spielen, insbesondere in Grenzregionen mit hohen Steuer- und Preisunterschieden.

Die Tabakhersteller ihrerseits kritisierten die Initiative scharf. Imperial Brands - Seita Group (Eigentümer der Marken Gauloises und Winston) erklärte, die Idee der Quoten wecke ernsthafte Zweifel an ihrer rechtlichen Gültigkeit und Wirksamkeit und gefährde die gesamte Branche. Nach ihren Angaben sind in Frankreich mehr als 108.000 Menschen in der Tabakbranche beschäftigt, einschließlich Produktion, Logistik und Einzelhandel. Seita betont, dass es der letzte große internationale Hersteller ist, der noch eine Fabrik in Frankreich unterhält.

Frédéric Valletoux, ehemaliger Gesundheitsminister, nennt die Entschließung "ein starkes Signal der EU" und betont den Grundsatz: "Die Zigarette sollte in dem Land geraucht werden, in dem sie gekauft wurde". Seiner Meinung nach handelt es sich um eine "klare und ehrgeizige Position", die notwendig ist, um Steuerhinterziehung und Parallelmärkte zu bekämpfen, die die Strategie der Regierung im Bereich der öffentlichen Gesundheit zunichte machen.

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28.11.25

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images, Unsplash

Autoren: Alex Mort