Der Versuch, Geld zu sparen, ließ das Rathaus von Differdange ohne Heizung zurück.

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Seit Beginn des Winters bahnt sich in der Gemeinde Differdange eine Krise an, allerdings keine politische, sondern eine temperaturbedingte. Das provisorische Rathausgebäude, in das die Dienststellen aufgrund der umfassenden Renovierung des Hauptgebäudes an der Avenue Charlotte verlegt wurden, erwies sich als nicht winterfest: Die Heizungsanlage fällt immer wieder aus, sodass etwa 70 Mitarbeiter und Stadtbeamte in Räumen mit Temperaturen von nicht mehr als 17 °C ausharren müssen.
Das Gebäude selbst ist ein ehemaliges städtisches Krankenhaus, das nun zu Büros für Abteilungen mit begrenztem Publikumsverkehr umgebaut wurde: Baugenehmigungen, Verkehr und Mobilität sowie Personalwesen. Mehr „öffentliche” Dienstleistungen, wie beispielsweise das Bürgeramt, wurden in die Nelson-Mandela-Residenz verlegt.
Die Probleme begannen fast unmittelbar nach dem Umzug. Wie ein Mitarbeiter sagte, verschlimmert sich die Situation mit jedem Kälteeinbruch: „Die Temperatur in den Räumen liegt ständig zwischen 14 und 17 Grad, und es ist extrem schwierig, unter solchen Bedingungen zu arbeiten.“ Trotz der Beschwerden ist der Stadtrat im Grunde genommen eine Geisel seiner eigenen Entscheidung geworden: Bei der Wahl des Heizsystems entschied er sich für eine billigere, aber, wie sich herausstellte, weniger zuverlässige Option.
Bürgermeister Guy Altmeisch erklärt, dass die Umstellung auf Pelletheizung durch den Wunsch motiviert war, umweltfreundlicher zu werden und sich von Heizöl und Gas zu lösen. Das System kostete rund 100.000 Euro. Laut einem der Mitarbeiter hätte die von einem Fachmann vorgeschlagene alternative, nachhaltigere Lösung jedoch 30.000 Euro mehr gekostet – und genau diese Lösung wurde für die Installation empfohlen. Angesichts regelmäßiger Ausfälle müssen die Behörden heute zugeben, dass der Versuch, Geld zu sparen, nach hinten losgegangen ist.
Der Heizkessel kann die Last an frostigen Tagen nicht bewältigen: Die Pellets liefern nicht genügend Wärme, und das Gerät schaltet sich ab, sobald es 45 °C erreicht. Als Notmaßnahme beabsichtigt der Stadtrat nun, einen zusätzlichen Heizölbrenner zu installieren, um eine Temperatur von 60 °C aufrechtzuerhalten.
Unterdessen hat sich der Bürgermeister für eine teilweise Umstellung der Mitarbeiter auf Telearbeit ausgesprochen, unter der Bedingung, dass ein Teil der Belegschaft weiterhin im Büro tätig ist. Die Renovierung des Hauptgebäudes der Stadtverwaltung wird erst in drei bis vier Jahren abgeschlossen sein, und bis dahin könnte die Heizungssituation zu einer Belastungsprobe werden – sowohl für die Mitarbeiter als auch für die gesamte Stadtverwaltung.





