facebook
Luxtoday

Wie Luxemburg seine Hauptstadt an die Hitze anpasst

Zuletzt aktualisiert
09.07.26
New trees on the Luxembourg streets

Max Power, Unsplash

Der Stadtrat von Luxemburg hat eine umfassende Strategie zur Begrünung der Stadt vorgestellt. Die Initiative umfasst sieben Schwerpunktprojekte, die sich auf 37 Standorte in der Hauptstadt verteilen. Das Programm, das auf die nächsten fünf bis zehn Jahre angelegt ist, zielt darauf ab, die Infrastruktur der Stadt an steigende Durchschnittstemperaturen und häufigere Starkregenereignisse anzupassen.

Im Rahmen der Pilotphase plant die Gemeinde, ihre eigenen Verwaltungsgebäude an der Rocade de Bonnevoie sowie die an die Straße angrenzende Mauer in der Nähe der Fußgängerbrücke zu begrünen. Gleichzeitig werden zwischen Mitte Juli und Mitte September im Rahmen der Initiative „Mein Stadtteil, mein Ort“ auf dem Platz neben der Kirche im Stadtteil Bonnevoie Bänke und Freizeiteinrichtungen aufgestellt. Der stellvertretende Bürgermeister Maurice Bauer betonte, dass die Gemeinde auf diese Weise mit gutem Beispiel vorangehen und ihr Engagement für die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung unter Beweis stellen wolle.

Die Schwerpunktgebiete wurden auf der Grundlage einer detaillierten räumlichen Analyse ermittelt. Wie der Umweltexperte Pierre Schmitt erklärte, berücksichtigte der Plan die Baumkronendichte, Daten aus dem Grünflächenregister, die Lage von „Wärmeinseln“ sowie Gebiete, die auf natürliche Weise kühle Luft erzeugen. Besonderes Augenmerk wurde auf das Thema Extremniederschläge gelegt: Neue Grünflächen sind so konzipiert, dass sie Regenwasser auffangen und verhindern, dass es sich in übermäßigem Maße am Boden ansammelt. Die Bürgermeisterin der Stadt, Lydie Polfer, wies darauf hin, dass der technische Plan eine breite Palette von Maßnahmen umfasst – von der Beseitigung undurchlässiger Asphaltflächen bis hin zur Anpflanzung von Bäumen und der Schaffung von Schattenbereichen.

Neben der Umsetzung kommunaler Projekte beabsichtigen die Behörden, private Initiativen zu fördern. Im September soll dem Stadtrat ein Vorschlag vorgelegt werden, wonach den Einwohnern Beratung und zusätzliche Zuschüsse für die Begrünung ihrer eigenen Grundstücke und Liegenschaften gewährt werden sollen. Es wird erwartet, dass sich die kommunale Förderung auf weitere 50 Prozent zusätzlich zu den bestehenden staatlichen Zahlungen belaufen wird.

Trotz des Umfangs des Programms bleiben einige wichtige Orte, darunter der Place Guillaume II, der Glacis und die Place de Paris, unverändert. Dies ist auf Einschränkungen hinsichtlich der Parkmöglichkeiten und der Straßenbahninfrastruktur sowie auf die Notwendigkeit zurückzuführen, große öffentliche Veranstaltungen wie die jährliche Schueberfouer und das Musikfestival „City Sounds“ auszurichten. Dennoch hat Polfer nicht ausgeschlossen, dass im Zuge der künftigen Neugestaltung des oberen Teils des Glacis die Herangehensweise an dessen Begrünung möglicherweise überdacht wird. Bis dahin empfehlen die Stadtbehörden den Einwohnern, bei extremer Hitze offene Flächen zu meiden und in den bestehenden Parks der Hauptstadt Schutz zu suchen.

Feedback senden
Zuletzt aktualisiert
09.07.26

Fotos aus diesen Quellen: Max Power, Unsplash

Autoren: Alex Mort