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Buergbrennen: Wie Luxemburg den Frühling mit Feuer begrüßt

Zuletzt aktualisiert
17.02.26
Bonfires in Luxembourg

Georgiana Pop (Avram), Unsplash

Am ersten Sonntag nach Karneval findet in Luxemburg das Buergbrennen statt – ein großes Freudenfeuer, mit dem symbolisch der Winter „verbrannt“ wird. Fast jedes Dorf organisiert seine eigene Feier, manchmal sogar mehrere. Für 2026 sind 188 Veranstaltungen aufgelistet, wobei die Organisatoren betonen, dass die Liste nicht vollständig ist und die Einwohner gebeten werden, sich die Details bei ihren lokalen Behörden zu erkundigen.

Die Vorbereitungen beginnen bereits mehrere Wochen im Voraus. Die Einwohner sammeln Holz, Stroh, Gartenabfälle und oft auch alte Weihnachtsbäume. All dies wird auf einem freien Platz zu einem großen Gebilde aufgeschichtet, das in der Regel mit einem Kreuz oder einer stilisierten „Festung” gekrönt wird. Am Abend wird das Lagerfeuer feierlich entzündet. In vielen Ortschaften geht dem eine Fackelprozession voraus: Die Teilnehmer ziehen durch die Straßen und zünden dann mit ihren Fackeln die vorbereitete Pyramide an. An einigen Orten gibt es den Brauch, das Anzünden einem frisch verheirateten Paar oder einer bekannten lokalen Persönlichkeit anzuvertrauen, obwohl diese Praxis allmählich ausstirbt.

Historisch gesehen fand das Buergbrennen ausschließlich sonntags statt, doch heute verlegen einige Vereine die Veranstaltung aus praktischen Gründen und um mehr Teilnehmer anzulocken auf den Samstag oder sogar auf den Freitag. Lokale Vereine, darunter auch Pfadfinder, spielen eine wichtige Rolle bei der Bewahrung dieser Tradition, selbst in kleinen Gemeinden.

Der Brauch hat heidnische Wurzeln und markierte ursprünglich die Ankunft des Frühlings. Feuer symbolisiert den Sieg der Wärme über die Kälte und das Ende des Winters. In der Vergangenheit beobachteten Bauern und Winzer die Richtung des Rauchs, da sie glaubten, dass dieser die Art des Sommerbeginns vorhersagte. Gleichzeitig ist das Wort „Buerg“, wie Forscher anmerken, nicht mit dem Begriff „Festung“ verwandt, sondern stammt vom lateinischen burere ab, was „brennen“ bedeutet.

Ähnliche Feuerrituale gibt es auch außerhalb Luxemburgs. In der Region Schwaben-Alemannien in Deutschland werden sie Funkenfeuer genannt; in Zürich wird während des Sechseläuten-Festes eine Schneemannfigur namens Böögg verbrannt; in Frankreich gibt es eine bekannte Tradition namens fête des brandons. Dennoch bleibt das Buergbrennen in Luxemburg eines der bekanntesten kollektiven Rituale, das vorchristliche Elemente mit dem modernen Gemeinschaftsleben verbindet.

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Zuletzt aktualisiert
17.02.26

Fotos aus diesen Quellen: Georgiana Pop (Avram), Unsplash

Autoren: Alex Mort