Werde mit Heritage Quest zum virtuellen Archäologen

Kateryna Hliznitsova, Unsplash
Das Luxemburger Nationale Institut für Archäologische Forschung (INRA) hat ein internationales Forschungsprojekt namens „Heritage Quest“ ins Leben gerufen. Die Initiative lädt die Öffentlichkeit dazu ein, mithilfe der LiDAR-Technologie (Light Detection and Ranging) bei der Suche nach verborgenen historischen Denkmälern mitzuhelfen. Wie Maxime Brami, Professor an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, erklärt, basiert diese Methode auf der Aussendung von Laserimpulsen aus Flugzeugen. Die reflektierten Signale bilden eine detaillierte 3D-Karte des Geländes, wodurch selbst kleinste Veränderungen im Relief erfasst und verborgene Strukturen identifiziert werden können, selbst durch dichtes Laubwerk hindurch.
Gleichzeitig benötigen Freiwillige keine Fachkenntnisse, um an der Studie teilzunehmen. Die Bildanalyse erfolgt über eine spezielle Online-Plattform mithilfe eines Smartphones oder Computers, wo den Nutzern die erforderlichen Anweisungen sowie Beispiele für die gesuchten Objekte zur Verfügung gestellt werden. Brami betonte, dass die Chancen, bisher unbekannte archäologische Überreste zu entdecken, sehr hoch seien. Insbesondere in den Niederlanden habe ein ähnliches System den Bürgern bereits ermöglicht, Tausende neuer historischer Stätten zu identifizieren. In Luxemburg zielt die Initiative, die für die nächsten drei Jahre geplant ist, nicht nur darauf ab, neue Stätten zu finden, sondern auch bestehende Denkmäler in Waldgebieten zu schützen.
Der Start des Projekts „Heritage Quest“ fiel mit dem Beginn der Europäischen Tage der Archäologie zusammen, die noch bis zum 19. Juni dauern. Im Rahmen dieses Programms wurden laut Kulturminister Eric Thill in Luxemburg 15 Bildungsveranstaltungen organisiert, darunter Führungen, Workshops und Ausstellungen archäologischer Funde. Diese internationale Initiative, die darauf abzielt, den Austausch zwischen Forschern und der Öffentlichkeit zu stärken, findet zum fünfzehnten Mal statt und umfasst mehr als 30 europäische Länder, wobei Luxemburg erst im zweiten Jahr daran teilnimmt.





