Die Anzahl der Kameras am Bahnhof wird sich fast verdoppeln.

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Der Stadtrat von Luxemburg hat eine groß angelegte Erweiterung des Videoüberwachungssystems Visupol im Stadtteil Gare genehmigt, einem der belebtesten und sozial schwierigsten Viertel der Hauptstadt. Zu den 130 Kameras, die bereits im öffentlichen Raum in Betrieb sind, kommen 110 weitere hinzu, die etwa 30 zusätzliche Straßen abdecken. Das vor einem Jahr von der Polizei angekündigte Projekt hat nun die offizielle Genehmigung der Stadtverwaltung erhalten.
Befürworter der Initiative sagen, das Ziel sei es, die Sicherheit und Lebensqualität zu verbessern. Laut Robert Philippart, einem Stadtrat der Demokratischen Partei (DP), vereint Gare Schulen, Geschäfte, Wohngebäude, soziale Infrastruktur und einen Bereich aktiver Prostitution, was es zu einem „sensiblen” Gebiet macht. Er betonte, dass die Kameras ausschließlich an öffentlichen Orten installiert werden und keine Auswirkungen auf Privatgrundstücke haben.
Gegner dieser Entscheidung befürchten, dass eine verstärkte Kontrolle in einem Gebiet lediglich zu einer Verlagerung der Kriminalität in andere Stadtteile führen könnte. Philippart erklärte, dass es keine Anzeichen für eine solche „Verlagerung” gebe, und fügte hinzu, dass auch andere Faktoren, darunter der kostenlose öffentliche Nahverkehr, die Mobilität in der Stadt beeinflussen.
Vertreter der Opposition nahmen eine vorsichtige Haltung ein: Die meisten unterstützten den Gesetzentwurf oder enthielten sich der Stimme. Gabriel Boisante von der LSAP stellte die Fähigkeit von Kameras in Frage, Straftaten „vor Ort” zu verhindern, und merkte an, dass sie eher bei späteren Ermittlungen hilfreich seien. Tom Weidig von der ADR unterstützte die Maßnahme zwar, warnte jedoch vor der Gefahr, dass das Gleichgewicht zugunsten einer übermäßigen Kontrolle verschoben werden könnte.
Systematischere Kritik kam von Vertretern von déi Lénk und déi Gréng. Tom Wagner von der Linken wies darauf hin, dass Gare seit Jahrzehnten unter Investitionsmangel leide, und betonte die Bedeutung der Stadterneuerung und der Entwicklung des öffentlichen Lebens. François Benoy von den Grünen erinnerte daran, dass frühere Phasen des Ausbaus der Videoüberwachung nicht zu einem deutlichen Rückgang der Kriminalität geführt hätten, und warnte davor, Kameras als Allheilmittel zu betrachten.
Laut Bob Biever von CSV wird sich das neue Versorgungsgebiet vom Bahnhof bis zur Place de Paris und den umliegenden Straßen, einschließlich des Boulevard de la Pétrusse, erstrecken. Weitere Projekte sind bereits in Planung, darunter in Bonnevoie und langfristig auch in Dommeldange und Eich.





