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Luxtoday

Das Vermögen der privaten Haushalte sinkt rapide

Zuletzt aktualisiert
04.05.26
Housing in Luxembourg

Ronnie George, Unsplash

Nach den neuesten Daten der Luxemburger Zentralbank belief sich das durchschnittliche Nettovermögen der privaten Haushalte im Jahr 2023 auf 1,157 Millionen Euro. Trotz dieser beeindruckenden Zahl bedeutet dies inflationsbereinigt einen Rückgang um 18 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ökonomen führen diesen negativen Trend in erster Linie auf eine Korrektur der Immobilienpreise und einen Wertverlust der Aktienmarktanlagen zurück, was sich unmittelbar auf die wohlhabenderen Bevölkerungsschichten ausgewirkt hat.

Der Prozess der Kapitalakkumulation wird durch die sinkende Erschwinglichkeit von Wohnraum erschwert. Der Anteil der Haushalte, die eine eigene Immobilie besitzen, sank von 65,6 % im Jahr 2021 auf 61,7 % im Jahr 2023. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren fast 70 % der Einwohner Eigentümer. Gleichzeitig besitzen 32 % der Haushalte neben ihrem Hauptwohnsitz noch weitere Immobilien. Der Autobesitz ist nach wie vor weit verbreitet: 84,2 % der Familien besitzen mindestens ein Fahrzeug, obwohl auch hier ein leichter Rückgang des Interesses zu beobachten ist.

Vor dem Hintergrund sinkender Vermögenswerte verzeichneten die Haushaltseinkommen dagegen einen Anstieg. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen lag bei 125.000 € pro Jahr, während der Median bei 96.600 € lag, was einem Anstieg von 8 % gegenüber 2021 entspricht. Die Experten der Bank führen dies auf die Wirksamkeit des Lohnindexierungssystems zurück, das 79 % der Haushalte des Landes abdeckt. Dennoch hängt der Wohlstand nach wie vor stark vom sozialen Status ab: Mieter sind weiterhin deutlich ärmer als Eigenheimbesitzer, und verheiratete Paare verfügen über mehr Vermögen als alleinstehende oder geschiedene Bürger.

Trotz makroökonomischer Schwankungen ist die Vermögensverteilung in Luxemburg seit 2010 unverändert ungleich geblieben. Auf die obersten 1 % der Haushalte entfallen 13 % des gesamten Nettovermögens des Landes, während die obersten 10 % der Haushalte fast die Hälfte aller Vermögenswerte – nämlich 47 % – kontrollieren. Im Gegensatz dazu besitzen die unteren 50 % der Bevölkerung zusammen nur 9 % des nationalen Vermögens. Ein besorgniserregendes Zeichen ist nach wie vor die Existenz einer Gruppe von 2 % der Haushalte mit „negativem Eigenkapital“, deren Schulden den Gesamtwert ihres Vermögens übersteigen.

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04.05.26

Fotos aus diesen Quellen: Ronnie George, Unsplash

Autoren: Alex Mort