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Die luxemburgische Opposition kritisiert die Regierung wegen ihres Plans zur Bekämpfung der Armut

Zuletzt aktualisiert
26.03.26
Salary in Luxembourg and EU

Getty Images

Die luxemburgischen Abgeordneten haben ihre tiefe Unzufriedenheit mit der aktuellen Strategie der Regierung in Bezug auf den Mindestlohn zum Ausdruck gebracht. Der Hauptkritikpunkt der Opposition ist, dass sich die Regierung ausschließlich auf den bestehenden Mechanismus zur automatischen Anpassung der Zahlungen beschränkt und sich weigert, eine grundlegende Überprüfung vorzunehmen. Georges Engel von der LSAP behauptet, die Behörden manipulierten statistische Berechnungen, um eine tatsächliche Erhöhung der Haushaltsbelastung zu vermeiden. Seiner Ansicht nach stehen zwar Mittel für andere Sektoren zur Verfügung, doch die Interessen von Bürgern mit geringem Einkommen würden ignoriert, und strukturelle Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut blieben unumgesetzt.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand der Kaitz-Index – ein Wirtschaftsindikator, der das Verhältnis zwischen dem gesetzlichen Mindestlohn und dem Medianlohn im Land angibt. Carole Hartmann von der Demokratischen Partei (DP) erklärte, dass der aktuelle Wert für Luxemburg zwischen 59,3 % und 59,4 % liege. Das bedeutet, dass das Land das in den europäischen Richtlinien festgelegte Ziel von 60 % praktisch erreicht hat. Dennoch betrachten Abgeordnete der Oppositionsparteien diese Zahlen als reine Formalität, die nicht die tatsächliche Lage widerspiegelt.

Marc Baum, ein Sprecher von dei Lenk, hob die Kontinuität der Politik hervor: Die Regierung beabsichtigt, an dem bereits 1973 eingeführten System festzuhalten. Dies beinhaltet eine alle zwei Jahre erfolgende Anpassung der Zahlungen an das reale Lohnwachstum. Baum betonte, dass ein solch konservativer Ansatz das Problem der „Working Poor“ völlig außer Acht lasse – einer Gruppe von Bürgern, die zwar einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, dennoch von Armut bedroht sind. Djuna Bernard von der Partei dei Greng äußerte ähnliche Bedenken und wies darauf hin, dass die Weigerung, den Mindestlohn deutlich anzuheben, negative Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt habe.

Arbeitsminister Marc Spautz räumte ein, dass in dieser Angelegenheit noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Obwohl zuvor gehofft wurde, bis Ostern einen Konsens zu erzielen, scheint es nun unwahrscheinlich, dass diese Frist eingehalten werden kann. Spautz betonte die Notwendigkeit, einen Mittelweg zu finden: Die Regierung müsse die wirtschaftliche Lage berücksichtigen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sichern, damit diese sich auf mögliche steigende finanzielle Belastungen einstellen können. Die Frage der Anpassung der Zahlungen dürfte eines der Hauptthemen bei der nächsten Kabinettssitzung sein.

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26.03.26

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex Mort