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Luxtoday

Die Rendite von FSIL lag bei nur 2,61 %

Zuletzt aktualisiert
11.05.26
Salary in Luxembourg and EU

Getty Images

Der luxemburgische generationenübergreifende Staatsfonds (Fonds souverain intergénérationnel du Luxembourg – FSIL) hat seinen Jahresabschluss für das Jahr 2025 veröffentlicht, der eine Rendite von 2,61 % ausweist. Diese Zahlen wurden im Handels- und Gesellschaftsregister veröffentlicht, ohne dass das Finanzministerium wie üblich eine Pressekonferenz dazu abhielt. Das Gesamtvermögen des Fonds stieg auf 784 Millionen Euro, doch der Jahresgewinn sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte und belief sich auf 20,3 Millionen Euro gegenüber 41,9 Millionen Euro im Jahr 2024.

Der Hauptgrund für die bescheidenen Ergebnisse waren die strengen Anlagevorschriften, die bereits 2020 auf politischer Ebene verabschiedet worden waren. Der Fonds ist verpflichtet, ausschließlich nach den Kriterien des sozial verantwortlichen Investierens (SRI) sowie nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) zu investieren. In der Praxis bedeutet dies, bei der Auswahl von Aktien ganze Wirtschaftssektoren vollständig auszuschließen und „grünen“ Anleihen Vorrang einzuräumen. Angesichts der Marktbedingungen im Jahr 2025 führte eine solche Strategie unweigerlich zu einem Verlust potenzieller Renditen. Dennoch schützt diese Politik die Verantwortlichen vor Kritik hinsichtlich der unethischen Verwendung öffentlicher Gelder.

Die Rendite des Fonds von 2,1 % liegt nur geringfügig über der Kerninflationsrate in der Eurozone. Folglich war der reale Zuwachs der Kaufkraft des Fondsvermögens minimal. Zudem blieb die Rendite des FSIL hinter der Rendite luxemburgischer zehnjähriger Staatsanleihen zurück, die zum Jahresende bei 3,125 % notierten.

Eine Analyse des Portfolios zeigt eine übermäßige Gewichtung in Anleihen, die zum Ende des Berichtszeitraums bei 43 % lag. Angesichts der Volatilität am Anleihemarkt waren die Verluste bei den Anleihen erheblich, und selbst die starke Entwicklung am Aktienmarkt konnte diese aufgrund von ESG-Beschränkungen nicht vollständig ausgleichen.

Als Reaktion auf diese Herausforderungen hat die Geschäftsführung von FSIL eine neue Strategie zur Vermögensaufteilung beschlossen. Geplant ist, den Anteil an Anleihen auf 32 % zu senken. Gleichzeitig beabsichtigt der Fonds, sein Portfolio durch die Einbeziehung von Private Equity und Bitcoin zu diversifizieren. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten wächst der Fonds weiter: Im Jahr 2025 überwies der Staat mehr als 62 Millionen Euro auf seine Konten, was den FSIL nach und nach zu einem bedeutenden Instrument des Finanzsystems des Landes macht. Die schrittweise Kapitalakkumulation und die Änderungen im Risikomanagement sollten dem Fonds helfen, seine langfristige Aufgabe zu erfüllen, nämlich die finanzielle Stabilität für künftige Generationen zu sichern.

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11.05.26

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex Mort