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Luxemburg ändert sein Steuersystem

Zuletzt aktualisiert
28.11.25
How to pay less tax in Luxembourg without breaking the law

Source: Karolina Grabowska on Unsplash

Die luxemburgische Regierung hat eine der größten Steuerreformen des Jahrzehnts auf den Weg gebracht. Im Rahmen der Koalitionsvereinbarung 2023-2028 wird ab 2028 eine einzige Steuerklasse - basierend auf der derzeitigen Klasse 1A - im Land eingeführt. Die Entscheidung, die von fast allen Parlamentsparteien unterstützt wird, wurde am Donnerstag bei einem Treffen zwischen Finanzminister Gilles Roth und dem Gewerkschaftsverband OGBL-LCGB erörtert.

Eine der wichtigsten Neuerungen wird die automatische Anpassung des Steuertarifs sein, wenn der Mechanismus der Lohnindexierung ausgelöst wird, d.h. wenn die Inflation steigt. Eine solche Maßnahme wird nach Ansicht des Ministers sicherstellen, dass ein Anstieg des Nominaleinkommens die Bürger nicht künstlich in höhere Steuerklassen drängt - einer der chronischen Mängel des derzeitigen Systems.

Die Gewerkschaften selbst nannten diese Anpassung eine "seit langem bestehende Forderung" und begrüßten die Initiative, obwohl sie bedauerten, dass der Mechanismus nicht früher eingeführt wurde.

Die einheitliche Steuerklasse soll auch die Steuern für die Mehrheit der Bevölkerung senken. Für die Verlierer des Übergangs zum neuen System gibt es eine von 20 auf 25 Jahre verlängerte Übergangsfrist - ein Kompromiss, den die Gewerkschaften für vernünftig hielten, obwohl sie den Wunsch äußerten, die Fristen ganz abzuschaffen.

Trotz der Zustimmung zu den Kernpunkten betonen die Vertreter von OGBL und LCGB, dass strukturelle Ungleichheiten im Steuersystem bestehen bleiben. Dies bezieht sich vor allem auf die bevorzugte Besteuerung von Kapital, Immobilieneinkommen und großen Vermögen im Vergleich zu Arbeitseinkommen und Renten. In der Erklärung der Gewerkschaften wird betont, dass der dem Parlament für 2026 vorgelegte Reformentwurf dieses Ungleichgewicht nicht beseitigt.

Die Gewerkschaften fordern eine tiefgreifende Umstrukturierung des Systems, um den steuerlichen Druck auf hohe Einkommen und Kapital zu erhöhen, die im derzeitigen Modell steuerlich begünstigt werden. Sie bestehen auch auf Steuergerechtigkeit nicht nur innerhalb der Löhne, sondern auch zwischen den verschiedenen Einkommensquellen.

Im Allgemeinen ist die Reform ein Schritt in Richtung Vereinfachung und größere Vorhersehbarkeit des Steuersystems, aber das Problem der gerechten Umverteilung der Einkommen bleibt offen. Und wie die Gewerkschaften betonen, muss der Staat, wenn er wirklich soziales Vertrauen aufbauen will, nicht nur die Löhne, sondern auch die Ersparnisse beeinflussen.

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28.11.25

Fotos aus diesen Quellen: Karolina Grabowska, Unsplash

Autoren: Alex Mort