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Erhöhung der Kinderbetreuungszuschüsse in Luxemburg löst Kontroverse aus

Zuletzt aktualisiert
02.02.26
World children's day in Luxembourg

Kateryna Hliznitsova, Unsplash

Die Entscheidung einer Reihe privater Kindertagesstätten und Kinderbetreuungsanbieter, ihre Stundensätze ab dem 1. Januar 2026 um einen Euro zu erhöhen, hat eine öffentliche Debatte ausgelöst. Viele Eltern waren der Meinung, dass die Erhöhung der staatlichen Unterstützung im Rahmen des Programms „Chèque-service accueil” ihre eigenen Kosten hätte senken sollen, anstatt zu Preiserhöhungen zu führen.

Das Bildungsministerium erklärte, dass die Erhöhung des staatlichen Beitrags von 6 auf 7 Euro pro Stunde in erster Linie dazu dienen soll, die Einrichtungen selbst zu unterstützen. Der leitende Regierungsberater des Ministeriums, Gilles Dhamen, wies darauf hin, dass dieser Satz seit 2011 nicht mehr angepasst worden sei, obwohl die Betriebskosten, von den Gehältern bis hin zu Energie und Miete, stark gestiegen seien.

14 Jahre lang konnten die Anbieter den Kostenanstieg nur teilweise durch die Einführung zusätzlicher Zahlungen für Eltern ausgleichen. Laut Dhamen gerieten viele private Einrichtungen dadurch in eine finanziell prekäre Lage, und die Situation wurde kritisch. Da eine umfassende Reform des Chèque-service accueil erst für nächstes Jahr geplant ist, hielten es die Behörden für notwendig, den staatlichen Stundenbeitrag als vorübergehende Stabilisierungsmaßnahme dringend zu erhöhen.

Das Hauptziel besteht laut Ministerium darin, die Servicequalität aufrechtzuerhalten und die Schließung von Kindertagesstätten zu verhindern, was zu einem Rückgang der Betreuungsplätze führen würde. Formal müssen die Anbieter, um einen zusätzlichen Euro aus dem Haushalt zu erhalten, den Vertragspreis um denselben Euro erhöhen. Laut Dhamen sollte sich dies jedoch nicht auf die endgültige Rechnung für die Eltern auswirken, da die zusätzliche staatliche Unterstützung die Tariferhöhung vollständig ausgleichen wird. Der maximale Beitrag der Eltern ist weiterhin auf sechs Euro pro Stunde begrenzt.

Preiserhöhungen sind jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Paolo Fiorucci, Präsident des Luxemburger Verbandes für Kinderbetreuung und Bildung (FELSEA), merkte an, dass Familien direkt von der Erhöhung der staatlichen Mittel profitieren, wenn Kindertagesstätten ihre Preise um weniger als einen Euro erhöhen oder gar nicht ändern. Nur wenn die Tarife um mehr als einen Euro steigen, müssen Eltern mit einer tatsächlichen Kostensteigerung rechnen. Ihm zufolge haben viele private Einrichtungen ihre Preise entweder gar nicht oder nur minimal erhöht.

Die Behörden gehen davon aus, dass Familien mit dem Inkrafttreten der umfassenden Reform des Chèque-service accueil, die für 2027 geplant ist, eine erhebliche Entlastung erfahren werden. Sie sieht einheitliche Abrechnungsregeln vor: Bezahlung nur für tatsächlich in Anspruch genommene Stunden, Verbot von Pauschalpaketen und jeglicher Zusatzzahlungen. Der Staat soll etwa zwei Drittel der derzeit von den Eltern getragenen Kosten übernehmen. Wenn der Gesetzgebungsprozess planmäßig verläuft, wird das aktualisierte System 2027 in Kraft treten und die Kostenverteilung deutlich zugunsten der Familien verschieben.

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02.02.26

Fotos aus diesen Quellen: Kateryna Hliznitsova, Unsplash

Autoren: Alex Mort