Fühlst du dich bedroht? Ruf Angela an!

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In Luxemburg wurde ein Programm zur Gewährleistung der Sicherheit in Gastronomiebetrieben unter dem Namen „Ask for Angela“ ins Leben gerufen. Das Programm ermöglicht es Gästen in Bars, Restaurants und Cafés, die sich in einer potenziell gefährlichen oder unangenehmen Situation befinden, diskret um Hilfe zu bitten. Dazu müssen sie lediglich einen Mitarbeiter fragen, ob Angela heute Dienst hat. Laut der Initiatorin des Projekts in Luxemburg, Terri Allington, dient dieser Code als direktes Signal an das Personal, das eine spezielle Schulung absolviert hat. Ohne unnötige Aufmerksamkeit zu erregen, begleitet es den Gast an einen sicheren Ort und ermittelt genau, welche Hilfe er benötigt.
Das Konzept wurde aus Großbritannien übernommen, wo es von Hayley Crawford ins Leben gerufen wurde. Der Name wurde in Gedenken an Angela Philips gewählt, die von ihrem Ehemann ermordet wurde. Bis heute haben sich elf Lokale in der Hauptstadt sowie in den Städten Esch, Dudelange und Grevenmacher dem Programm angeschlossen. Jérôme, der Besitzer der Bar „Caribou“ in der Hauptstadt – dem ersten Lokal, das das Programm unterstützt hat –, hob die hohe Nachfrage nach solchen Maßnahmen hervor: In den acht Monaten, in denen das Programm bereits läuft, wurden durchschnittlich alle zwei Wochen Vorfälle registriert, die ein Eingreifen erforderten.
Trotz der offensichtlichen Relevanz des Themas stößt die Initiative bei einigen Geschäftsinhabern auf Widerstand, die bestreiten, dass es in ihren Räumlichkeiten zu Konfliktsituationen kommt. Terri Allington betont jedoch, dass die Einführung des Systems keinen nennenswerten Aufwand erfordert und dass die grundlegende Schulung des Personals nicht länger als zwanzig Minuten dauert. Die Strafverfolgungsbehörden haben ihrerseits ihre offizielle Unterstützung für das Konzept bekundet. Der Leiter der Polizeieinsätze, Bob Leesch, hob die Wirksamkeit dieser unauffälligen Methode zur Anforderung von Hilfe hervor, und die Disponenten der nationalen Notrufzentrale 113 werden in Kürze eine entsprechende Schulung erhalten, um diese speziellen Anrufe bearbeiten zu können.
Die Finanzierung des Projekts ist nach wie vor sein schwächster Punkt. Die luxemburgische Regierung hat alle Anträge auf öffentliche Förderung abgelehnt, sodass Terri Allington rund 7.000 Euro aus ihren eigenen Ersparnissen in das Programm investiert hat. Die Organisatoren suchen derzeit nach privaten Partnern, um das Sicherheitsnetzwerk weiter auszubauen. Bemerkenswert ist, dass die offizielle Vorstellung der Initiative, die am Montag stattfand, von den luxemburgischen Politikern ignoriert wurde; als Geste der Unterstützung nahm jedoch die britische Botschafterin Joanne Olivier persönlich an der Veranstaltung teil.





