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Luxtoday

Junge Demokraten fordern die Legalisierung von Pfefferspray

Zuletzt aktualisiert
01.04.25
Pepper spray in Luxembourg

Torbjørn Helgesen, Unsplash

In Luxemburg ist eine Debatte über das Recht auf Selbstverteidigung entbrannt: Der Jugendflügel der Demokratischen Partei (Die Jungdemokraten) hat die Legalisierung von Pfefferspray gefordert und argumentiert, es sei notwendig, um gefährdete Bürger wie Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen zu schützen. Ihrer Ansicht nach könnte es ein einfaches, kostengünstiges und relativ sicheres Mittel im Falle eines Angriffs sein.

Im Großherzogtum ist Pfefferspray jetzt als Waffe der Kategorie A eingestuft, was den Besitz und die Verwendung illegal macht. In den Nachbarländern ist es jedoch teilweise legal: in Frankreich ab 18 Jahren zur Selbstverteidigung und in Deutschland nur als Mittel zum Schutz vor Tieren.

Melina Fellens, eine Sprecherin der Bewegung, betonte im Gespräch mit RTL, dass die Polizei nicht immer in der Lage sei, schnell einzugreifen, und dass es wichtig sei, den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich in gefährlichen Situationen zu schützen. Ihr zufolge ist es besonders wichtig, den Zugang zu solchen Mitteln für diejenigen zu gewährleisten, die am häufigsten Aggressionen im öffentlichen Raum ausgesetzt sind.

Dennoch bleibt der offizielle Standpunkt der Polizei zurückhaltend. Polizeichef Tim Pauli glaubt, dass es im Falle eines Angriffs besser ist, zu schreien und Aufmerksamkeit zu erregen, als sich auf Pfefferspray zu verlassen. Eine solche Strategie kann den Angreifer abschrecken und andere um Hilfe bitten.

Die Öffentlichkeit ist in dieser Frage gespalten. Die einen befürworten die Legalisierung, die anderen schlagen vor, sich auf die Ausbildung zu konzentrieren: Seit 15 Jahren werden in Luxemburg kostenlose Selbstverteidigungskurse unter der Schirmherrschaft der Polizei angeboten.

Wie Laurent Thys vom Justizministerium erklärte, kann der Einsatz von Pfefferspray jedoch gerechtfertigt sein, wenn er eindeutig der Selbstverteidigung dient. Aber auch dann bleibt der Besitz von Pfefferspray illegal und wird mit einer Geldstrafe von bis zu 500.000 Euro oder bis zu acht Jahren Gefängnis bestraft.

Die Initiative der Jungdemokraten beinhaltet auch den Vorschlag, die Altersgrenze auf 16 Jahre zu senken - anders als in Frankreich, wo die Grenze bei 18 Jahren liegt.

Bei der Frage der Legalisierung geht es also nicht nur um rechtliche Details, sondern auch um die Philosophie der öffentlichen Sicherheit: Sollten die Bürger mehr Kontrolle über ihren Schutz erhalten oder sollte die Initiative allein den staatlichen Strukturen überlassen werden? Die Antwort auf diese Frage ist noch nicht gefunden worden.

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01.04.25

Fotos aus diesen Quellen: Torbjørn Helgesen, Unsplash

Autoren: Alex