Luxemburgische Jugendliche gegen Verbot sozialer Medien

Adem AY, Unsplash
Die Idee, Teenagern unter 15 oder 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien zu verbieten, die derzeit von Abgeordneten im luxemburgischen Parlament diskutiert wird, stößt bei den direkt Betroffenen auf heftige Kritik. Jugendrot – die Generalkonferenz der Jugend Luxemburgs (Conférence générale de la jeunesse du Luxembourg, CGJL) – hat sich offiziell gegen die Initiative ausgesprochen und sie als unverhältnismäßig und in ihrer Wirksamkeit fragwürdig bezeichnet.
In ihrer Erklärung betont die Organisation, dass sie die bestehenden Risiken im Zusammenhang mit der Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche anerkennt und die Aufmerksamkeit begrüßt, die die luxemburgischen und europäischen Behörden diesem Thema widmen. Laut Jugendrot löst jedoch ein generelles Verbot des Zugangs zu Plattformen bis zu einem bestimmten Alter das Problem nicht systematisch. Darüber hinaus weist CGJL auf das Fehlen eines klaren wissenschaftlichen Konsenses hin, der bestätigt, dass solche Beschränkungen tatsächlich die Sicherheit und das Wohlbefinden junger Nutzer verbessern.
Eines der Hauptargumente gegen das Verbot ist die Gefahr, dass es umgangen wird. Die Jugendorganisation befürchtet, dass ein erheblicher Teil der Jugendlichen einfach nach alternativen Wegen suchen wird, um Zugang zu digitalen Diensten zu erhalten, oder sich in weniger regulierte und manchmal völlig unregulierte Online-Bereiche begeben wird. Nach ihrer Einschätzung könnte ein solches Szenario den gegenteiligen Effekt haben – nämlich die Gefährdung und die Risiken zu erhöhen, anstatt sie zu verringern.
Als Alternative schlägt Jugendrot vor, den Schwerpunkt der Politik auf die Stärkung der Regulierung der Plattformen selbst sowie auf die Förderung der digitalen und medialen Kompetenz junger Nutzer zu verlagern. Die Notwendigkeit eines europaweiten Ansatzes wird gesondert hervorgehoben, um eine Fragmentierung der Vorschriften und ineffektive nationale Lösungen in einem grenzüberschreitenden digitalen Umfeld zu vermeiden.
Die zentrale These der Erklärung ist jedoch eher politischer als technischer Natur. CGJL betont: „Keine Entscheidung, die junge Menschen betrifft, sollte ohne deren direkte Beteiligung getroffen werden.“ Nach Ansicht der Organisation sollten Jugendliche und junge Erwachsene in die Entwicklung, Umsetzung und Bewertung von Maßnahmen einbezogen werden, die ihre digitalen Alltagsgewohnheiten betreffen. Eine solche Beteiligung wird als notwendige Voraussetzung für die Schaffung realistischer, praktikabler und nachhaltiger Lösungen angesehen, die nicht nur formal verabschiedet, sondern auch tatsächlich eingehalten werden.





