Paulette Lenert kandidiert für das Amt der Stadträtin

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Paulette Lenert, ehemalige Gesundheitsministerin und derzeitige Abgeordnete der Luxemburger Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP), hat offiziell ihr Interesse an dem frei gewordenen Sitz im Staatsrat bekräftigt. Diese Gelegenheit ergab sich unerwartet nach dem kürzlichen Rücktritt von Yves Wagener, der aus persönlichen Gründen sein Amt niedergelegt hatte. Wagener war vor sieben Jahren im Rahmen der Quote der Grünen Partei (Déi Gréng) ernannt worden, doch die derzeitige Sitzverteilung im Staatsrat lässt erkennen, dass die Sozialisten unterrepräsentiert sind.
Nach luxemburgischem Recht hängt die Anzahl der Vertreter einer Partei im 21-köpfigen Staatsrat direkt von der Anzahl ihrer Sitze in der Abgeordnetenkammer ab. Derzeit verfügt die LSAP nur über drei Sitze, was der Partei das Recht gibt, einen Kandidaten für die freie Stelle zu benennen. Lenert, die über einen juristischen Hintergrund verfügt, betonte, dass ihr berufliches Profil den Anforderungen des höchsten Beratungsgremiums entspricht, das in naher Zukunft die Kriterien für Kandidaten offiziell festlegen soll.
Lenerts Wechsel in den Staatsrat wird unweigerlich zu Veränderungen in der Zusammensetzung des Parlaments führen. Sollte ihre Nominierung vom LSAP-Vorstand gebilligt und sie in die Abgeordnetenkammer gewählt werden, wird ihr Sitz von Ben Streff übernommen. Streff, ein ehemaliger Parteimanager, erhielt bei den letzten Parlamentswahlen im Ostwahlkreis rund 5.500 Stimmen und belegte auf der Liste den Platz unmittelbar nach Lenert. Es ist erwähnenswert, dass er zuvor ehemalige Minister seiner eigenen Partei kritisiert und sie dazu aufgefordert hatte, aktiver „vor Ort“ zu arbeiten.
Trotz ihres möglichen Wechsels von der aktiven Politik in eine beratende Funktion bleibt Paulette Lenert eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Landes. Laut der jüngsten Politmonitor-Umfrage liegt sie in der Beliebtheitsskala der luxemburgischen Politiker auf Platz zwei, direkt hinter Außenminister Xavier Bettel. Die endgültige Entscheidung über ihre Nominierung trifft der 70-köpfige Generalrat der Partei; anschließend geht das Verfahren in die Phase der parlamentarischen Abstimmung über.





