Die Eichen-Seidenraupe hat die Parks der Hauptstadt erobert

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In den vergangenen zwei Monaten haben die luxemburgischen Behörden rund 180 Nester des Eichenprozessionsspinners aus Bäumen entfernt. Laut Jimmy Gales von der städtischen Parkverwaltung liegt diese Zahl um ein Vielfaches über der des Vorjahres, als weniger als 25 Nester entfernt wurden. Diese rasante Vermehrung der Insekten steht in direktem Zusammenhang mit den hohen Frühlingstemperaturen, die ideale Bedingungen für ihre Ausbreitung geschaffen haben. Die höchste Konzentration wurde im Gebiet von Cessange verzeichnet, wo bereits 54 Nester von Eichen entfernt wurden und etwa 20 weitere Nester noch auf ihre Entfernung warten.
Gleichzeitig lässt die größte Gefahr für die Bevölkerung allmählich nach. Der Eichenprozessionsspinner stellt nur während des dritten Larvenstadiums, das zwischen Mai und Juni auftritt, eine Gefahr dar. Zu dieser Zeit sind die Raupen mit Schutzhaaren bedeckt, die ein Gift enthalten, das eine ähnliche Reaktion wie ein Brennnesselstich auslöst. Diese mikroskopisch kleinen Haare können sowohl bei Menschen als auch bei Tieren schwere allergische Reaktionen auslösen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Haare leicht vom Wind verweht werden und in die Atemwege oder in die Augen gelangen können. Bei Kontakt empfehlen Experten, die betroffene Hautstelle sofort abzuspülen oder zu duschen. Zwischen Ende Juli und Anfang August treten die Insekten in das Puppenstadium ein, woraufhin sie als Schmetterlinge schlüpfen.
Bis die gefährliche Phase vollständig vorüber ist, fordert Jimmy Gales die Öffentlichkeit nachdrücklich auf, Vorsicht walten zu lassen und einen Sicherheitsabstand zu Bäumen einzuhalten, in denen sich Insektenkolonien befinden. Versuchen Sie unter keinen Umständen, die Nester selbst zu entfernen – sollten Sie eines entdecken, müssen Sie unverzüglich die örtlichen Behörden informieren, die die Entfernung umgehend vornehmen werden.
Angesichts der globalen Erwärmung und des prognostizierten Anstiegs der Sommertemperaturen rechnen die luxemburgischen Behörden damit, dass die Zahl der befallenen Bäume in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Die Stadtverwaltung steht in engem Austausch mit den Nachbargemeinden, um gemeinsame Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Als vorbeugende Maßnahme werden vor Ort zusätzliche künstliche Nistkästen für Meisen angebracht, da diese zu den wenigen Vogelarten gehören, die sich von diesen Raupen ernähren. Gleichzeitig prüfen Umweltbehörden die Möglichkeit, gängige städtische Baumarten durch Eichenarten zu ersetzen, die von Natur aus resistent gegen den Befall durch Seidenraupen sind.





