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Luxtoday

Durch Insolvenzen wurden mehr als 3.000 Menschen obdachlos.

Zuletzt aktualisiert
15.01.26
Protection Unit bankruptcy in Luxembourg

Melinda Gimpel, Unsplash

Im Jahr 2025 erklärten luxemburgische Gerichte 1.187 Unternehmen für insolvent, 2,4 % mehr als im Vorjahr, wie aus Daten des Justizministeriums und des Statec hervorgeht. Im Vergleich zum Anstieg von fast 30 % zwischen 2023 und 2024 deutet dies auf eine deutliche Verlangsamung des Wachstums und eine relative Stabilisierung der Lage hin.

Gleichzeitig blieb die Zahl der Insolvenzen bei Unternehmen mit mindestens einem Beschäftigten unverändert bei 563 Fällen. Darüber hinaus gingen die Insolvenzen bei großen Arbeitgebern mit mehr als zehn Beschäftigten um 20 % zurück, was die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt insgesamt teilweise abmilderte.

Das Bild war branchenübergreifend gemischt. Im Baugewerbe ging die Zahl der Insolvenzen deutlich zurück – um 32 Gerichtsentscheidungen oder 16 %. Gleichzeitig wurde ein Wachstum im Handel (+15 %), bei spezialisierten, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten (+12 %) sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe (Horeca) (+8 %) verzeichnet. Diese Verschiebungen spiegeln die unterschiedliche Sensibilität der Branchen gegenüber dem Rückgang der Wirtschaftstätigkeit und den steigenden Kosten wider.

Insgesamt führten Insolvenzen potenziell zum Verlust von 3.109 Arbeitsplätzen, was einem Rückgang von 3,5 % gegenüber 2024 entspricht. Innerhalb dieses allgemeinen Rückgangs gab es jedoch starke Umverteilungen. Das Baugewerbe bleibt mit 973 verlorenen Arbeitsplätzen die Branche mit den größten Verlusten, trotz eines Rückgangs des Indikators um 22 %. Der alarmierendste Trend ist bei den Verwaltungs- und Unterstützungsdienstleistungen zu beobachten: Hier stieg die Zahl der verlorenen Arbeitsplätze um 140 % auf 547. Im Gastgewerbe beliefen sich die Verluste auf 501 Arbeitsplätze (-8 %) und im Handel auf 397 (-13 %).

Besonders hervorzuheben ist die Dynamik der gerichtlichen Liquidationen. Nach einem starken Rückgang im Jahr 2024 (-80 %) stieg ihre Zahl wieder auf 149 Unternehmen (+45 %). Dennoch betonen die Behörden, dass der langfristige Trend weiterhin rückläufig ist. Dies ist auf das Inkrafttreten des Gesetzes vom 28. Oktober 2022 zurückzuführen, mit dem ein Verfahren zur administrativen Auflösung ohne Liquidation für Unternehmen ohne Vermögen oder Mitarbeiter eingeführt wurde. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Löschung sogenannter „leerer Hüllen” aus den Registern zu vereinfachen. Wie zuvor waren Holdinggesellschaften und Investmentfonds mit 38 % der Fälle am häufigsten von Liquidationen betroffen.

Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass das Problem der Insolvenzen in Luxemburg zwar weniger verbreitet ist, sich jedoch zunehmend in vereinzelten und teilweise heftigen Einbrüchen in einzelnen Segmenten des Arbeitsmarktes manifestiert.

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Zuletzt aktualisiert
15.01.26

Fotos aus diesen Quellen: Melinda Gimpel, Unsplash

Autoren: Alex Mort