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Luxtoday

Gewerkschaften gegen die „Big Four“

Zuletzt aktualisiert
16.09.26
Partially jobless in Luxembourg

Ahmet Kurt, Unsplash

Bei einer Diskussionsrunde in Luxemburg wiesen Vertreter der Gewerkschaften auf die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und systematische Entlassungen bei den sogenannten „Big Four“ – den großen Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften PwC, Deloitte, KPMG und EY – hin. Arbeitnehmervertreter erklärten, dass die Beschäftigten trotz der starken finanziellen Ergebnisse dieser Unternehmen unter ständigem Druck stünden und Verstöße gegen das Arbeitsrecht mittlerweile an der Tagesordnung seien.

Nach Angaben von STATEC ist die Mitarbeiterzahl bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Luxemburg in den letzten zwei Jahren um 8 Prozent gesunken, was einem Verlust von 530 Arbeitsplätzen entspricht. OGBL-Sekretärin Angélique Lazzara wies darauf hin, dass die Mitarbeiterzahlen bei Deloitte und KPMG um 6 bis 8 Prozent zurückgegangen seien, während die Entlassungen bei PwC 14 Prozent erreicht hätten. Gleichzeitig verzeichnen die Unternehmen weiterhin Rekordumsätze: PwC meldete 765 Millionen Euro, Deloitte 535 Millionen Euro und KPMG 373 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund haben die Gewerkschaften die Rechtfertigung für den Personalabbau angesichts steigender Umsätze und immer anspruchsvollerer Arbeitszeiten in Frage gestellt.

Maria-Helena Macedo, Mitglied des LCGB-Vorstands, hat einen Anstieg der Anfragen von ehemaligen Mitarbeitern der „Big Four“ festgestellt, die unter fragwürdigen Umständen entlassen wurden, darunter auch Kündigungen nach 26 Wochen krankheitsbedingtem Arbeitsausfall. Ihrer Meinung nach sollten die Forderungen der Arbeitgeber nach Flexibilität nicht zu ständiger Verfügbarkeit und einer Beeinträchtigung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben führen.

David Angel, ein Vertreter des OGBL-Vorstands, hob seinerseits den Sonderstatus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften hervor, die rund drei Viertel der gesetzlichen Abschlussprüfungen im Land durchführen. Er wies zudem auf deren Verbindungen zur öffentlichen Verwaltung hin und verwies dabei auf die Präsenz ehemaliger und aktueller Mitarbeiter dieser Gesellschaften in politischen Institutionen sowie auf deren Beteiligung an der Ausarbeitung von Koalitionsvereinbarungen. Vor diesem Hintergrund haben die Gewerkschaften die Behörden offiziell aufgefordert, eine unabhängige Untersuchung der Gründe für die Entlassungen durchzuführen und die Überwachung der Einhaltung der Verfahren bei Massenentlassungen zu verstärken.

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16.09.26

Fotos aus diesen Quellen: Ahmet Kurt, Unsplash

Autoren: Alex Mort