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Luxemburgs Arbeitsminister schlägt Neuberechnung der Gehälter vor

Zuletzt aktualisiert
04.03.26
Salary in Luxembourg and EU

Getty Images

Luxemburg bereitet sich darauf vor, seinen Mechanismus zur Berechnung des Mindestlohns im Einklang mit der europäischen Richtlinie zu überarbeiten. Arbeitsminister Marc Spautz hat erklärt, dass er es vorziehen würde, das Medianeinkommen anstelle des Durchschnittseinkommens als Hauptmaßstab für künftige Änderungen heranzuziehen.

In einem Interview mit Paperjam erklärte er, dass ihm dieser Ansatz bei der Anpassung des nationalen Systems an die EU-Vorschriften angemessener erscheint. Die europäische Richtlinie bietet zwei mögliche Formeln: Der Mindestlohn kann entweder 50 % des Durchschnittseinkommens oder 60 % des Medianeinkommens entsprechen.

Der Unterschied zwischen diesen Indikatoren ist grundlegend. Das Durchschnittseinkommen wird als arithmetischer Mittelwert aller Gehälter berechnet und ist in Ländern mit einem hohen Anteil hochbezahlter Fachkräfte – wie beispielsweise Luxemburg – in der Regel deutlich höher. Das Medianeinkommen hingegen spiegelt das Gehaltsniveau des „durchschnittlichen“ Arbeitnehmers wider, was bedeutet, dass die Hälfte der Arbeitnehmer mehr und die andere Hälfte weniger verdient. Daher würde die Verwendung des Durchschnittseinkommens zu einer deutlicheren Erhöhung des Mindestlohns führen.

Heute liegt der Mindestlohn für ungelernte Arbeitskräfte im Land bei etwa 2.700 € pro Monat. Nach Schätzungen von Paperjam könnte er auf Basis des Medianeinkommens auf etwa 2.900 € bis 3.160 € steigen. Bei Anwendung des Durchschnittslohnindikators würde das geschätzte Niveau 3.375 € erreichen.

Die Frage bleibt weiterhin Gegenstand politischer und sozialer Verhandlungen. Laut Spautz muss die Entscheidung noch vom Regierungsrat und den Sozialpartnern diskutiert werden. Die Positionen der Parteien unterscheiden sich erheblich: Die Arbeitgebervertreter lehnen jede Erhöhung des Mindestlohns ab, während die Gewerkschaft OGBL eine Erhöhung um mindestens 10 % fordert.

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04.03.26

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex Mort