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Luxtoday

Wer leidet unter dem Impostor-Syndrom?

Zuletzt aktualisiert
02.10.26
Imposter syndrome in Luxembourg

Vitaly Gariev, Unsplash

Moovijob.com hat eine Umfrage unter 907 berufstätigen Luxemburgern durchgeführt. 80 Prozent von ihnen hatten mindestens einmal am Arbeitsplatz das „Imposter-Syndrom“ erlebt. Dieses psychologische Phänomen äußert sich in einem Gefühl der persönlichen Unfähigkeit und der Überzeugung, dass der eigene berufliche Erfolg unverdient ist. Experten weisen darauf hin, dass dieser Zustand häufig auftritt, wenn das eigene Qualifikationsniveau nicht mit den übertragenen Aufgaben übereinstimmt, sowie vor dem Hintergrund, dass man sich ständig mit erfahreneren Kollegen vergleicht.

Dieses Syndrom tritt meist in den frühen Phasen der beruflichen Laufbahn auf. Die immer länger werdende Studiendauer erschwert jungen Berufseinsteigern den Einstieg in die Unternehmenswelt. Da es an ausreichenden Praktika mangelt, erleben Absolventen einen starken Kontrast zwischen ihrer theoretischen Ausbildung und der Realität am Arbeitsplatz. 

Zudem wird das Alter zu einer Quelle von Druck. Ein Befragter merkte an, dass er als jüngster Teilnehmer bei wichtigen Besprechungen regelmäßig an seiner eigenen fachlichen Kompetenz zweifelte, insbesondere wenn Kollegen seine Autorität als Leiter der betreffenden Abteilung in Frage stellten. Gleichzeitig kann sich dieses Phänomen auch bei erfahrenen Mitarbeitern entwickeln. Die Befragten schildern Situationen, in denen sich die im Vorstellungsgespräch skizzierten strategischen Aufgaben in der Praxis als einfache Routineaufgaben herausstellten. Dies vermittelt dem Mitarbeiter das Gefühl, überbezahlt zu sein und eine Position zu bekleiden, die nicht seinem tatsächlichen Arbeitsaufwand entspricht.

Um das Hochstapler-Syndrom zu überwinden, empfehlen Experten auf diesem Gebiet, die eigenen beruflichen Erfolge systematisch zu dokumentieren und am Ende jeder Arbeitswoche die erledigten Aufgaben zu überprüfen. Wie die Autoren der Studie betonen, wird die Legitimität eines Mitarbeiters nicht durch sein Alter oder seine Betriebszugehörigkeit bestimmt, sondern durch seine tatsächlichen Fähigkeiten und den Mehrwert, den er schafft. Ein weiteres nützliches Mittel ist der Aufbau einer effektiven Kommunikation mit der Führungsebene: Die Fähigkeit, offen Fragen zu stellen, sollte als Zeichen von Gewissenhaftigkeit und nicht als Zeichen mangelnder Kompetenz gewertet werden. Auch die Bedeutung, etwas Abstand von der Situation zu gewinnen, wird hervorgehoben. Die objektive Bewertung des eigenen Handelns aus der Perspektive eines außenstehenden Beobachters hilft dabei, Selbstkritik abzubauen und zu erkennen, dass Zweifel an den eigenen Fähigkeiten ein weit verbreitetes Phänomen sind, das nicht die tatsächliche berufliche Kompetenz widerspiegelt.

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02.10.26

Fotos aus diesen Quellen: Vitaly Gariev, Unsplash

Autoren: Alex Mort