Das Ende der Ära der schriftlichen Prüfungen rückt in Luxemburg näher.

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Die luxemburgische Lehrergewerkschaft (APESS) hat die Ergebnisse einer Prüfung vorgelegt, die eine radikale Umgestaltung des Schulsystems ankündigt. Nach Ansicht von Experten macht die rasante Entwicklung der Technologien im Bereich der künstlichen Intelligenz traditionelle schriftliche Aufgaben sinnlos, da es praktisch unmöglich wird, zwischen dem Wissen eines Schülers und den von einem Algorithmus generierten Antworten zu unterscheiden. „Wir wollen den Schüler bewerten, nicht das neuronale Netzwerk“, betont Gilles Everling, Präsident des Verbandes.
Das Problem der Gewährleistung der Integrität bei Prüfungen ist zu einer technischen Frage geworden, die Lehrer nicht mehr alleine bewältigen können:
Unsichtbare Gadgets
Rechtliche Hindernisse
Rationales Risiko
Als Lösung schlägt die Gewerkschaft vor, das Bewertungsformat selbst zu überarbeiten. Anstelle zahlreicher schriftlicher Tests, deren Ergebnisse gefälscht werden können, wird vorgeschlagen, ausführliche mündliche Prüfungen einzuführen. Ein besonderes Merkmal des neuen Ansatzes soll die „Unterbrechungstechnik” sein: Der Lehrer soll den Schüler unterbrechen und während der Antwort klärende Fragen stellen. Dieses Format stört die KI-Algorithmen und ermöglicht es dem Lehrer, sich zu vergewissern, dass der Schüler das Konzept wirklich versteht und nicht nur den generierten Text wiedergibt.
Das luxemburgische Bildungsministerium hält sich vorerst mit öffentlichen Stellungnahmen zurück und hat für kommenden Montag ein geschlossenes Treffen mit Vertretern der APESS anberaumt, um die aktuelle Krise zu besprechen.





