Luxemburg streitet darüber, wann der Unterricht beginnen soll

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Sollen Kinder in aller Herrgottsfrühe zur Schule gehen? Diese Frage war Gegenstand einer Debatte, nachdem der Abgeordnete Marc Goergen von der Piratenpartei vorgeschlagen hatte, den Stundenplan der Grundschulen auf frühere Zeiten zu verlegen - zum Beispiel von 7:00 auf 12:00. Bildungsminister Claude Meisch lehnt dies entschieden ab: "Wenn der Unterricht um 7 Uhr beginnt, müssen viele Kinder schon um 6 Uhr aufstehen, um den Bus um 6.30 Uhr zu erreichen. Das ist zu früh."
Er zitiert wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren 10 bis 13 Stunden Schlaf benötigen und im Alter von 6 bis 13 Jahren 9 bis 11 Stunden. Um pünktlich ins Bett zu kommen, müssten viele Familien also ihren Lebensrhythmus radikal ändern. "Das ist mit der Realität nicht vereinbar", erklärt Meisch.
Die Ministerin lehnte auch die von Goergen vorgeschlagene Verdichtung des Stundenplans auf die Vormittagsstunden ab: "Ein zu langer Vormittag wirkt sich negativ auf die Konzentration und die Lernfähigkeit aus. Kinder brauchen eine volle Pause mit der Möglichkeit, zwischen Frühstück und Mittagessen zu essen".