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10 Gründe, Ihr Startup nach Luxemburg zu verlegen

Von Steuern bis zur Finanzierung: Warum Gründer sich für Luxemburg entscheiden

Zuletzt aktualisiert
14.02.26

Die Stärke Luxemburgs liegt in der Kombination aus Finanzökosystem und regulatorischer Infrastruktur: Das Land ist Europas größtes Börsenzentrum und eines der größten weltweit, mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von mehreren Billionen Euro und einer gut ausgebauten Dienstleistungsinfrastruktur (Verwaltung, Verwahrstellen, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfung, Börsennotierung). Dies macht die Gerichtsbarkeit besonders praktisch für B2B-SaaS, Fintech, Regtech und Deep Tech in der Früh- und Wachstumsphase.

Der Einstiegspreis ist angemessen, aber hohe Arbeitskosten und der Druck auf dem Wohnungsmarkt könnten die Betriebskosten erhöhen, während der Wettbewerb um Talente die Personalbeschaffung erschweren könnte. Diese Risiken sind beherrschbar, müssen jedoch im Finanzmodell und im Umzugsplan berücksichtigt werden. In diesem Artikel konzentrieren wir uns nicht auf die potenziellen Herausforderungen für Unternehmen, sondern auf die Vorteile Luxemburgs als Standort für unternehmerische Visionen.

Gründe für die Verlagerung Ihres Start-ups nach Luxemburg

1. Klare Unternehmensbesteuerung

Ab 2025 ist der Körperschaftsteuersatz (IRC) in Luxemburg direkt im Tarif der Steuerverwaltung festgelegt: 14 %, wenn Ihr Gewinn 175.000 € nicht übersteigt, und 16 %, wenn er 200.000 € übersteigt.

Das Endergebnis ist für Unternehmen wichtig. Unter Berücksichtigung aller kommunalen Abgaben und Beiträge beträgt die tatsächliche Steuerlast in der Hauptstadt 23,87 %. Für ein Start-up bedeutet dies Vorhersehbarkeit: Sie wissen genau, wie viel Geld nach Erreichen der Gewinnschwelle für die Einstellung von Mitarbeitern oder für Marketingzwecke übrig bleibt, und Sie können diese Zahlen den Investoren mit Zuversicht nennen.

2. Die niedrigste Mehrwertsteuer in Europa

Laut dem Mehrwertsteuerportal der Europäischen Kommission beträgt der Standardmehrwertsteuersatz in Luxemburg 17 % (es gibt auch ermäßigte und „superermäßigte” Sätze). Im Vergleich dazu beträgt der Standardsatz in den Niederlanden 21 % und in Irland 23 %.

Die praktische Bedeutung hängt vom jeweiligen Modell ab. Im B2C-Bereich oder bei Self-Service-SaaS (einschließlich digitaler Dienste) wirkt sich die Mehrwertsteuer auf den Endpreis und das Betriebskapital aus. In wettbewerbsintensiven Märkten kann ein Unterschied von wenigen Prozentpunkten entweder zu einem Rabatt ohne Margenverlust oder zu einer Reserve führen. Selbst im B2B-Bereich vereinfacht dies die Kostenargumentation für Kunden.

3. Operatives „Tor“ zu Europa

Luxemburg ist ein effizienter Logistik- und Rechtsstandort. Für ein Start-up bedeutet dies eine kürzere Kette von „Anwalt/Banker/Aufsichtsbehörde → Vertrag → Zahlung“, insbesondere wenn das Unternehmen in mehreren EU-Ländern tätig ist und keine separaten Strukturen unterhalten möchte. Die zentrale Lage und Kompaktheit des Marktes machen ihn zu einem geeigneten Testfeld für Produkteinführungen und die anschließende Skalierung in der gesamten EU.

4. Zugang zu Kapital über Europas größtes Börsenökosystem

Luxembourg for Finance verzeichnet mehrere Parameter, die für Start-ups und Investoren wichtig sind: Luxemburg ist „die Nummer eins in Europa” als Investmentfonds-Zentrum und weltweit die Nummer zwei; das verwaltete Vermögen in Investmentfonds und alternativen Fonds wird auf 7,3 Billionen Euro geschätzt (CSSF, November 2024), und luxemburgische Fonds werden in 80 Ländern vertrieben.

ALFI, das Daten der CSSF und der Zentralbank zusammenfasst, zeigt, dass sich das Gesamtvermögen der in Luxemburg ansässigen Investmentfonds (OGAW + AIF) auf 7.952 Milliarden Euro belief (Oktober 2025).

Der praktische Wert für ein Start-up liegt nicht nur im „Geld auf dem Markt“, sondern auch in der Infrastruktur: Investitionsstrukturierung, SPV, Verwaltung, Wirtschaftsprüfung und rechtlicher Rahmen, die Investoren verstehen und schätzen. Beispiel: Für ein Wachstumsunternehmen erhöht dies die Chance, eine Finanzierungsrunde schneller „abzuschließen“, da weniger Zeit für die Einigung über die Struktur und die Risiken der Gerichtsbarkeit aufgewendet werden muss.

5. Marktdynamik und staatliche Kofinanzierungsinstrumente

In ihrem Länderprofil zur Finanzierung von Unternehmern liefert die OECD detaillierte Angaben zu Risikokapitalinvestitionen nach Phase und Jahr, was für kleine Länder selten ist. Diesen Daten zufolge schwankte das Gesamtvolumen an Risikokapital und Wachstumskapital in Luxemburg in den letzten Jahren: etwa 112,0 Millionen Euro (2018), 177,9 Millionen Euro (2019), 191,8 Millionen Euro (2020), 72,6 Millionen Euro (2021) und 225,3 Millionen Euro (2022).

Ein wichtiger Teil des „Pakets“ sind öffentlich-private Instrumente. Das OECD-Profil beschreibt insbesondere den Luxembourg Future Fund (150 Millionen Euro), den Digital Tech Fund (20 Millionen Euro) und einen Spezialfonds für Weltraumtechnologien (Orbital Ventures, 70 Millionen Euro) als Elemente des Innovationsfinanzierungsökosystems.

Für ein Start-up bedeutet dies die Möglichkeit, mit Zuschüssen/Subventionen und Koinvestitionen eine Entwicklungsperspektive aufzubauen, ohne in der Anfangsphase die Cap-Tabelle zu sprengen. Beispiel: In der Pressemitteilung der Regierung zum Luxembourg Future Fund werden Koinvestitionen, darunter Spire Global, als Beispiel für die Pipeline und die praktische Funktionsweise des Instruments genannt.

6. Schnellverfahren für die Gewerbeanmeldung und flexible Unternehmensformen in der Anfangsphase

Guichet.lu beschreibt die vereinfachte Form der Sàrl-S: Mindestkapital von 1 €, Möglichkeit der Gründung einer Gesellschaft durch private Urkunde ohne Notar. Auf derselben Seite wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Gewerbeberechtigung des Wirtschaftsministeriums erforderlich ist und dass diese auch für die Eintragung in das Handelsregister (RCS) notwendig ist.

Aus Sicht der Zeitersparnis ist auch der von der OECD vorgegebene Rahmen wichtig: Die vereinfachte Sàrl-S ist als „1-1-1” (eine Person, ein Euro, ein Tag) bekannt und wurde speziell geschaffen, um den Gründungsprozess im Vergleich zur klassischen Sàrl zu beschleunigen.

In der Praxis funktioniert das so: Das Pre-Seed-/Seed-Team kann das Unternehmen schneller formalisieren, Dienstleistungsverträge abschließen, Rechnungen ausstellen und erste Due-Diligence-Prüfungen durchführen und dann, wenn das Unternehmen wächst, zu einer „investorenfreundlicheren” Form übergehen (zum Beispiel, wenn ein komplexer Optionsplan erforderlich ist).

7. Digitale Verwaltung und transparente Register

Das Regierungsportal bietet nicht nur Informationen, sondern auch konkrete Verfahren: So weist es beispielsweise darauf hin, dass neue Unternehmen sich beim RCS registrieren lassen müssen, und betont auch die Interoperabilität des luxemburgischen Registers mit den Registern anderer EU-Länder über das BRIS-System.

Ein weiteres praktisches Detail ist die Digitalisierung der Einwanderungs- und Verwaltungsprozesse für Unternehmer: Das Verfahren für selbstständige Drittstaatsangehörige in Luxemburg wird als zweistufiger Prozess beschrieben (befristete Aufenthaltsgenehmigung vor der Einreise, dann Aufenthaltsgenehmigung nach der Einreise), mit der Möglichkeit, Anträge über MyGuichet.lu einzureichen.

Für ein Start-up reduziert dies das Risiko von Verzögerungen aufgrund von Routineverfahren, vereinfacht die Organisation des Compliance-Kalenders und entlastet die Gründer von Routineaufgaben. Dies ist besonders wichtig für Teams, die ein internationales Unternehmen mit einem verteilten Team aufbauen.

8. Eine vorgefertigte Umgebung für B2B-Partnerschaften und Vertrauen

Das Fintech-Ökosystem wird durch einen spezialisierten Hub gestärkt: Die LHoFT Foundation versteht sich als öffentlich-private Initiative und als „zentraler“ Fintech-Hub des Landes. Für Fintech-Start-ups bedeutet dies einen schnellen Zugang zu einer Community aus Banken, Versicherungen und Unternehmenspartnern.

Im Bereich der nachhaltigen Finanzierung nutzt Luxemburg die Infrastruktur der Börse: Die Luxembourg Green Exchange wird in den Unterlagen des Finanzzentrums als die Plattform mit dem größten Anteil an Green-Bond-Notierungen positioniert. Sie listet außerdem einen Katalog von mehr als 3.700 nachhaltigen Wertpapieren mit einem Gesamtwert von rund 1 Billion Euro (LGX, 2024).

Die praktische Auswirkung für Start-ups in den Bereichen Klima-/ESG-Analytik, CO2-Bilanzierung und RegTech-Lösungen besteht darin, dass die Nutzer und Käufer dieser Tools (Emittenten, Verwaltungsgesellschaften, Verwahrstellen) in unmittelbarer Nähe sind und sich eine „Sprache der Anforderungen” für Offenlegung und Compliance herausgebildet hat.

9. Start-up-Förderprogramme und Subventionen

Luxinnovation gibt auf der Fit 4 Start Accelerator-Seite „bis zu 150.000 €” an, die als eigenkapitalfreie Finanzierung plus Beschleunigung und Zugang zu einem Netzwerk bereitgestellt werden.

Gleichzeitig deuten Mitteilungen der Regierung darauf hin, dass der Fördermechanismus gestaffelt sein könnte: In der Veröffentlichung zu Fit 4 Start Nr. 16 ist von einer Förderung in Höhe von 50.000 Euro durch das Wirtschaftsministerium und der Möglichkeit einer zusätzlichen Unterstützung von bis zu 100.000 Euro die Rede, sofern zusätzliche Mittel aufgebracht werden können.

10. Mehrsprachiges Umfeld, hohes Ansehen und makroökonomische Stabilität

Das offizielle Portal des Landes gibt die Verbreitung der Sprachen an (basierend auf einer Studie aus dem Jahr 2018): Französisch – bis zu 98 % der Bevölkerung, Englisch – etwa 80 %, Deutsch – etwa 78 %, Luxemburgisch – etwa 77 %. Für ein internationales Start-up-Unternehmen reduziert dies die Transaktionskosten im Vertrieb, bei der Personalbeschaffung und im Tagesgeschäft.

Die fiskalische und finanzielle Stabilität wird durch Länderratings bestätigt: Das luxemburgische Finanzministerium veröffentlicht eine Ratingtabelle mit AAA-Ratings und Bestätigungsdaten (einschließlich Aktualisierungen für 2025–2026).

Der größte Nachteil hierbei sind die hohen Betriebskosten. Laut Eurostat lagen die geschätzten Arbeitskosten pro Stunde im Jahr 2024 in Luxemburg bei etwa 55,20 €, verglichen mit 45,20 € in den Niederlanden und 42,50 € in Irland.

faq

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist die tatsächliche Steuerbelastung für ein Unternehmen in Luxemburg?

Was ist der Vorteil der vereinfachten Form der Sàrl-S-Gesellschaft („1-1-1“)?

Wie teuer ist es, ein Team in Luxemburg zu unterhalten, im Vergleich zu anderen IT-Zentren?

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