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Luxemburgs Jugendliche und Medienkonsum im Jahr 2025

Luxemburgs Teenager leben fast ausschließlich in der digitalen Welt. Fast 99 % der 16- bis 24-Jährigen im Land gehen täglich online (und die meisten beginnen sogar noch früher), wobei das Smartphone das wichtigste Gerät ist. Soziale Netzwerke sind fest in ihrem Leben verankert: Etwa 89 % der Jugendlichen nutzen regelmäßig soziale Netzwerke oder Messenger und etwa 82 % hören online Musik. Das Smartphone ist ihr ständiger Begleiter: 88 % nutzen sie fast jeden Tag. Andere Geräte wie Laptops (74 %) sind zwar auch dabei, aber das Telefon ist für die Jugendlichen immer dabei.

Zuletzt aktualisiert
31.08.25

Selbst kleine Kinder werden schnell digital versiert. Im Alter von zwölf Jahren nutzen die meisten bereits selbstbewusst YouTube, Messenger und andere Online-Dienste. Es ist kein Zufall, dass das Internet Teil des Alltags junger Menschen geworden ist: Beobachtungen zufolge ist keine andere Altersgruppe so oft online. Sei es, um mit Freunden in Kontakt zu treten, zu lernen, zu spielen oder einfach nur die Freizeit zu genießen - der Bildschirm ist immer dabei.

Die beliebtesten Plattformen: YouTube, TikTok und mehr

YouTube ist der eindeutige Favorit unter den luxemburgischen Teenagern. Jüngsten Umfragen zufolge sehen sich etwa neun von zehn Jugendlichen regelmäßig YouTube-Videos an - fast doppelt so viele wie auf der zweitbeliebtesten Plattform TikTok. Im Jahr 2022-23 war YouTube sogar die beliebteste App bei den 12- bis 16-Jährigen und verdrängte andere Apps von der Spitze. TikTok wird immer beliebter: Verschiedenen Schätzungen zufolge nutzt mindestens die Hälfte der luxemburgischen Teenager TikTok aktiv (etwa 55-60 % dieser Altersgruppe). TikTok wird besonders von Mädchen bevorzugt - TikTok und Instagram sind für sie attraktiver, während Jungen eher YouTube bevorzugen.

Neben YouTube und TikTok sind auch visuelle Messenger und soziale Netzwerke für die Kommunikation weit verbreitet. Snapchat und Instagram sind bei Teenagern sehr beliebt, obwohl das Interesse an Instagram unter jungen Menschen leicht zurückgegangen ist: Es fiel kürzlich vom ersten auf den fünften Platz in der Beliebtheit bei den 12-16-Jährigen. WhatsApp ist nach wie vor der wichtigste Messenger - die überwiegende Mehrheit nutzt ihn für Textnachrichten und den Austausch von Fotos und Videos. Unter den luxemburgischen Gymnasiasten sind beispielsweise Snapchat (von etwa 77 % der Schüler genutzt), WhatsApp (65 %) und Instagram (55 %) die häufigsten Möglichkeiten, um Fotos oder Videos mit Freunden zu teilen.

Podcasts sollten gesondert erwähnt werden. Obwohl Audio-Podcasts bei Jugendlichen nicht die gleiche Massenattraktivität erreicht haben wie Videodienste, wächst das Interesse an ihnen allmählich. Ältere Teenager (16-18) beginnen, Podcasts über Musik, Sport und Geschichten zu hören - oft über Spotify oder direkt auf YouTube, wo viele beliebte Podcasts im Videoformat angeboten werden. Globale Trends zeigen das wachsende Engagement der Generation Z für dieses Format: Spotify-Daten zeigen beispielsweise, dass Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren im Jahr 2023 den größten Zuwachs beim Podcast-Hören verzeichnen werden. Viele junge Hörer lieben das Video-Podcast-Format (Interviews, Gespräche), und YouTube wird für sie zum Einstieg in die Welt der Podcasts. Im Vergleich zu kurzen TikTok-Videos oder YouTube-Streams sind Podcasts jedoch nach wie vor eine Nischenaktivität für eine Minderheit von Teenagern.

Was sie sich ansehen und anhören: Inhaltspräferenzen

Videos sind die wichtigste Art von Inhalten für junge LuxemburgerInnen. Sie schauen sich alles auf YouTube an, von Musikvideos und lustigen Vines bis hin zu Anleitungen und Videospielkritiken. Besonders beliebt sind Unterhaltungsinhalte - Vlogs über das tägliche Leben, Herausforderungen, Sketche, Spielevideos. Untersuchungen zufolge sehen sich Mädchen eher Online-Videos über Musik, Mode, Lifestyle und kurze Sketche an; Jungen interessieren sich oft für Spiele-, Technologie- oder Sportberichte. Dieser Unterschied zeigt sich auch in den sozialen Netzwerken: Mädchen sind auf Instagram aktiver, scrollen durch TikTok-Feeds und teilen ästhetische Fotos, während Jungen stundenlang YouTube-Sendungen, Spiele-Streams oder Technikberichte ansehen.

Soziale Interaktion ist ein wichtiger Bestandteil des Inhaltskonsums. Jugendliche schauen sich nicht nur passiv Videos an, sondern nehmen aktiv an ihnen teil. Sie setzen Likes, schreiben Kommentare unter die Videos ihrer Lieblingsblogger, nehmen an Umfragen und Flashmobs teil. Die meisten tauschen regelmäßig Fotos und Videos mit ihren Freunden aus: Wie bereits erwähnt, verschicken Schülerinnen und Schüler eifrig Fotos über Snapchat und WhatsApp oder posten Geschichten auf Instagram. Bei TikTok nehmen viele Jugendliche selbst an Challenges teil - sie wiederholen beliebte Tänze und Witze und erfinden ihre eigenen kurzen Videos.

Konsum von Online-Inhalten in Luxemburg
Adem AY, Unsplash

Influencer und Blogger spielen eine wichtige Rolle im Leben junger Menschen. Viele Teenager haben ihre Lieblings-YouTube-Kanäle oder TikTok-Blogger, deren Leben sie täglich verfolgen. Oft werden diese Internetberühmtheiten zu Idolen und Inspirationsquellen. Die 12- bis 18-Jährigen in Luxemburg sehen sich beispielsweise nicht nur lokale Inhaltsproduzenten (oft in mehreren Sprachen - Englisch, Französisch, Deutsch), sondern auch globale YouTube/TikTok-Stars an. Sie diskutieren mit Freunden über neue Videos, kopieren Trends und Redewendungen und träumen manchmal sogar davon, selbst Blogger zu werden. Experten zufolge stehen moderne Teenager ihren Online-Idolen näher: Viele vertrauen der Meinung ihres Lieblings-Youtubers fast wie dem Rat eines Freundes. Wenn ein Blogger eine neue Herausforderung startet oder einen Podcast empfiehlt, ist ein großer Teil der jugendlichen Abonnenten begierig darauf, die Welle mitzunehmen.

Podcasts selbst sind zwar weniger populär, erreichen aber oft über dieselben Blogger ein jugendliches Publikum. Einige bekannte YouTuber veranstalten ihre eigenen Podcasts, in denen sie über Spiele, Musik und Teenager-Themen diskutieren, und junge Fans hören sich die Episoden an, manchmal ohne zu wissen, dass es sich um einen "Podcast" handelt. Die Interaktion von Teenagern mit Podcasts wird also oft durch Videos und ihre Lieblingsinhaltsanbieter vermittelt. Interessanterweise bevorzugt die neue Generation hybride Formate: Sie mag es, wenn ein Podcast sowohl angehört als auch angesehen werden kann - zum Beispiel wird ein Gespräch zwischen zwei Moderatoren auf Video aufgenommen und auf YouTube veröffentlicht. So wird eine vertraute Videosequenz mit dem Format eines langen Gesprächs kombiniert und die Aufmerksamkeit eines jungen Publikums aufrechterhalten.

Problem der Bildschirmzeit

Die Frage der Bildschirmzeit ist eine der besorgniserregendsten, wenn es um Jugendliche geht. In Luxemburg, wie in vielen anderen Ländern, verbringen Jugendliche einen großen Teil des Tages vor dem Bildschirm. Die jüngsten Daten sind jedoch ermutigend: Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Jugendlichen von heute etwas maßvoller im Umgang mit ihren Geräten geworden. Während früher mehr als die Hälfte der Teenager zugab, mehr als 6 Stunden pro Tag mit ihrem Smartphone zu verbringen, sind es heute nur noch etwa 20 % der Jugendlichen, die dieses Gerät eifrig nutzen. Ein beträchtlicher Teil der Teenager neigt dazu, sich selbst zu beschränken: Etwa ein Drittel der Teenager schätzt ihre Bildschirmzeit auf angemessene 1-3 Stunden pro Tag. Die gleiche Anzahl (etwa 35-40 %) verbringt immer noch 4-6 Stunden täglich online - dies ist der zweite Schultag nach der Schule.

Dabei ist zu bedenken, dass sich diese Zahlen in erster Linie auf das Smartphone beziehen. Darüber hinaus haben Jugendliche Zeit am Laptop (zum Lernen oder Spielen) und vor dem Fernseher. Die Gesamtzahl der Bildschirmstunden ist also ziemlich hoch. An Wochentagen versuchen die Kinder, nach der Schule ein paar Stunden einzuplanen, aber die Wochenenden sind oft langen Online-Sitzungen gewidmet: Spiele, Fernsehserien, nächtliches Anschauen von YouTube. Studien zeigen, dass Jugendliche die meiste Zeit in sozialen Netzwerken verbringen - etwa die Hälfte von ihnen verbringt 2 bis 3 Stunden pro Tag in sozialen Netzwerken oder Messengern. Auch Streaming-Dienste (YouTube-Videos, Netflix usw.) und Online-Spiele nehmen viel Zeit in Anspruch, vor allem bei Jungen.

Interessanterweise beginnen die Jugendlichen selbst, das Problem zu erkennen: Fast die Hälfte der 12- bis 16-Jährigen gibt zu, "zu oft" am Handy zu sitzen. Viele von ihnen sprechen direkt über das Gefühl der Abhängigkeit, wenn es schwierig ist, sich vom Bildschirm loszureißen. Auch Lehrer und Eltern sind besorgt - 90 % der Grundschullehrer glauben, dass die Kinder zu sehr von Smartphones abhängig sind. Im Durchschnitt verbringen Jugendliche etwa 3 bis 4 Stunden pro Tag mit Online-Inhalten (einschließlich sozialer Medien, Videos und Spiele), obwohl einige von ihnen mehr als 6 Stunden damit verbringen. Das ist ein nicht unerheblicher Teil ihrer wachen Zeit - etwa ein Drittel ihres Tages. Es ist daher nicht überraschend, dass das Thema des digitalen Gleichgewichts in Luxemburg sehr aktuell geworden ist.

Wege zu gesunden digitalen Gewohnheiten

Luxemburg hat die Risiken einer übermäßigen Bildschirmnutzung erkannt und unternimmt konkrete Schritte zur Förderung gesunder digitaler Gewohnheiten bei jungen Menschen. Die Regierung, Schulen und Organisationen der Zivilgesellschaft arbeiten zusammen, um sicherzustellen, dass Jugendliche die Technologie optimal nutzen können, ohne ihre Entwicklung zu beeinträchtigen.

Eine der wichtigsten Initiativen war das Projekt "Screen-Life-Balance", das vom Bildungsministerium im Jahr 2024 ins Leben gerufen wurde. Im Rahmen dieses Projekts werden ab dem Schuljahr 2025 neue Regeln in den Schulen eingeführt: So werden beispielsweise ab Ostern 2025 alle Grundschulen ein vollständiges Smartphone-Verbot auf ihrem Gelände verhängen. Die Schüler dürfen ihre Telefone im Unterricht, in den Pausen und im Hort nicht mehr benutzen - die Geräte müssen ausgeschaltet in ihren Rucksäcken bleiben. Auch in weiterführenden Schulen werden strenge Maßnahmen eingeführt: Handys müssen während des Unterrichts weggelegt werden, und jede Schule entwickelt ihren eigenen Kodex für die Gerätenutzung (bis hin zu einem vollständigen Verbot in bestimmten Bereichen oder für jüngere Klassen). Diese Maßnahmen zielen darauf ab, dass die Kinder wieder mehr Zeit für soziale Kontakte, Sport und Hobbys haben, anstatt endlos auf dem Band zu scrollen. Schließlich warnen Forscher seit langem davor, dass exzessiver Gerätekonsum die Konzentration verringert, den Schlaf beeinträchtigt, Ängste verstärkt und die Sozialisation behindert.

Bildschirmzeit für Kinder in Luxemburg
Getty Images

Neben Beschränkungen wird auch auf Aufklärung und Präventionsmaßnahmen Wert gelegt. Im Herbst 2024 starteten die Behörden eine groß angelegte Kampagne, um Eltern über die sinnvolle Nutzung von Bildschirmen zu informieren. Über ein Netzwerk von Eltern-Lehrer-Treffen (Eltereforum) werden landesweit Ratschläge verteilt, wie ein gesundes Gleichgewicht zu Hause hergestellt werden kann - zum Beispiel durch die Regulierung der Zeit an Geräten entsprechend dem Alter des Kindes. Schulen schicken Elternbriefe mit Ratschlägen, wie sie mit ihren Kindern verhandeln können, um die Zeit im Internet zu begrenzen und Offline-Aktivitäten zu fördern.

Das nationale Programm BEE SECURE, eine Regierungsinitiative zur Förderung eines sicheren und verantwortungsvollen Umgangs mit digitalen Technologien unter jungen Menschen, spielt eine wichtige Rolle. BEE SECURE führt mit Unterstützung mehrerer Ministerien Unterricht in digitaler Kompetenz durch, organisiert Schulungen für Schüler und Eltern und erstellt Lehrmaterial. Jedes Jahr wird der BEE SECURE Radar-Bericht mit einer Analyse der Trends im Online-Verhalten von Kindern veröffentlicht. Durch solche Projekte wird Jugendlichen beigebracht, kritisch über Inhalte nachzudenken, Gefahren des Internets zu erkennen und bewusst mit ihrer Bildschirmzeit umzugehen.

Es ist erwähnenswert, dass Luxemburg eines der ersten Länder in Europa war, das das Problem des digitalen Wohlbefindens junger Menschen auf eine so klare und strukturierte Weise angegangen ist. Für die Zukunft planen die Regierungsbehörden neue Initiativen zur "digitalen Hygiene" - zum Beispiel die Integration von Lektionen zur Medienkompetenz in den Lehrplan, die Unterstützung von Clubs und Vereinen als Alternative zur Bildschirmzeit und die Fortsetzung von Kampagnen zu den Gefahren der Internetsucht. Die Idee ist nicht, den Jugendlichen ihre Smartphones wegzunehmen, sondern ihnen beizubringen, wie sie die Technologie vernünftig nutzen können. Ein Gleichgewicht zwischen online und offline ist der wichtigste Slogan, der diese Bemühungen vereint.

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