Das Kronospan-Werk verursacht Belästigungen für die Anwohner in der Umgebung

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In der Gemeinde Sanem hat sich die Situation rund um das Holzverarbeitungswerk Kronospan zugespitzt. In den letzten Wochen ist die Zahl der Beschwerden über Industrielärm, unangenehme Gerüche und feinen Holzstaub, der sich in benachbarten Wohngebieten absetzt, stark angestiegen. Laut dem LSAP-Stadtrat Steve Gierenz gehen seit Ostern deutlich mehr Beschwerden bei der Gemeinde ein als in den Vorjahren. Als Reaktion darauf haben die lokalen Behörden eine offizielle Erklärung veröffentlicht, in der sie die Anwohner daran erinnern, dass sie Beschwerden direkt an die Werksleitung, an das Umweltministerium oder über das Regierungsportal myGuichet.lu einreichen können.
Vertreter der Kommune fordern das Unternehmen auf, bei Betriebsstörungen zeitnaher zu informieren, damit die Behörden die Öffentlichkeit rechtzeitig warnen können und nicht erst im Nachhinein Daten anfordern müssen. Ähnliche Forderungen stellt auch die lokale Bürgerinitiative BIGS, deren Mitglieder sich vor einem Jahr mit der Unternehmensleitung getroffen haben.
Im vergangenen Monat beispielsweise waren übermäßige Lärmpegel der Hauptgrund für Beschwerden. Daraufhin führten Vertreter von Kronospan den Vorfall auf ein defektes Sicherheitsventil zurück und kündigten an, dass in der ersten Augustwoche ein spezieller Schalldämpfer eingebaut werde. Patricia Arendt, Vorsitzende der Bürgerinitiative und ehemalige Stadträtin der Partei déi Lénk, drängt jedoch auf ein systematischeres Vorgehen und die Einrichtung eines Aufsichtsgremiums. Sie betont, dass das Unternehmen seit 1994 in der Region tätig ist und dass es zwar von Anfang an Probleme gegeben habe, sich die Umweltsituation inzwischen jedoch erheblich verschlechtert habe.
Als Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Unternehmen nennt Patricia Arendt die Kooperation mit dem Stahlkonzern ArcelorMittal und hebt dabei die hohe Transparenz in der Kommunikation mit den lokalen Gemeinden hervor. Um objektive Daten zur Schadstoffbelastung zu erhalten, schlagen die Aktivisten die Einrichtung von Messstationen vor. Auch Anwohner bestätigen die Notwendigkeit solcher Maßnahmen: Ein Mann, der seit rund dreißig Jahren in der Nähe des Werks wohnt, berichtete, dass sich die Bedingungen mit jeder Ausbaustufe der Produktion verschlechtern. Ihm zufolge vermeiden die Menschen aufgrund der in den letzten zwei Jahren gestiegenen Staubbelastung das Lüften ihrer Wohnungen und machen sich Sorgen um die Gesundheit der Kinder, die draußen spielen, während der Lärm manche dazu zwingt, mit Ohrstöpseln zu schlafen.
Trotz wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung beruft sich die Geschäftsführung von Kronospan auf offizielle Daten der Aufsichtsbehörden. In einer schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens heißt es, dass die Umweltschutzbehörde nach einem lokalen Brand, der am 12. Juli auf dem Werksgelände ausgebrochen war, eine Vor-Ort-Inspektion durchgeführt habe. Im Anschluss an die Inspektion stellte die Behörde keine Verstöße oder Abweichungen von den Grenzwerten für Staub- und Geruchsemissionen fest.





