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Luxtoday

Die Krankenhäuser in Luxemburg waren auf die Hitzewelle nicht vorbereitet

Zuletzt aktualisiert
01.07.26
Hospital beds in EU

Martha Dominguez de Gouveia, Unsplash

Eine extreme Hitzewelle, bei der die Außentemperaturen 40 °C erreichten und die Temperaturen in den Krankenstationen 34 °C überstiegen, hat gravierende Infrastrukturprobleme im luxemburgischen Gesundheitssystem offenbart. 

Patienten und ihre Angehörigen beklagten sich über die schlechten Bedingungen in den Kliniken. Das medizinische Personal verzeichnete eine Zunahme der Komplikationen: Diese reichten von schwerer Dehydrierung und Übelkeit bis hin zur Unverträglichkeit oraler Medikamente, was eine Umstellung der Patienten auf intravenöse Therapie erforderlich machte. Verschärft wurde die Situation dadurch, dass aus Sicherheitsgründen die Fenster in vielen Krankenhäusern nur leicht geöffnet werden dürfen, während ein vollständiges Öffnen aufgrund technischer Vorschriften verboten ist.

Gesundheitsministerin Martine Deprez hat offiziell eingeräumt, dass die Gesundheitseinrichtungen des Landes strukturell nicht dafür ausgerüstet sind, mit solchen Temperaturen fertig zu werden. Ihr zufolge wurden die meisten Gebäude eher zum Schutz vor der Winterkälte als vor der Sommerhitze konzipiert. Obwohl Luxemburg diese Zeit im Vergleich zu den Nachbarländern relativ gut überstanden hat, sind Schwachstellen in der Infrastruktur deutlich geworden.

Der starke Temperaturanstieg stellte die Notaufnahmen vor eine enorme Belastung, da sie mit älteren Patienten überflutet wurden, die unter akuten Schüben chronischer Erkrankungen litten. Um die Lage zu stabilisieren, sah sich die Krankenhausleitung gezwungen, auf ihre Reserven zurückzugreifen: Das medizinische Personal brach seinen Urlaub ab und leistete Überstunden. Im Gegensatz zu Frankreich, wo nach dem Ende der Hitzewelle mit einem Anstieg der Sterblichkeitsraten gerechnet wird, sind in Luxemburg bislang jedoch keine derartigen Tendenzen zu verzeichnen.

Das Ministerium hat bereits mit der Beschaffung mobiler Kühlsysteme begonnen. Martine Deprez erklärte, dass die Installation der Geräte durch strenge Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften erschwert werde: In Krankenhäusern müssen Klimaanlagen mit speziellen Luftfiltersystemen ausgestattet sein. In den kommenden Wochen sollen große Mengen an Geräten beschafft werden. Mittel- und langfristig beabsichtigen die Behörden, die Planungsstandards für neue Krankenhäuser und Pflegeheime zu überarbeiten sowie mit einer schrittweisen Sanierung bestehender Gebäude zu beginnen. Bis die Modernisierung vollständig abgeschlossen ist, wird bei der Zuteilung klimatisierter Krankenzimmer den Patienten Vorrang eingeräumt, deren Gesundheit am stärksten gefährdet ist.

Als Reaktion auf Kritik hinsichtlich der verschlossenen Fenster versprach der Minister, dieses technische Problem zur eingehenden Erörterung mit der Klinikleitung anzusprechen. Um zu verhindern, dass Krankenhäuser bei künftigen Hitzewellen überlastet werden, fordern die Gesundheitsbehörden die Bevölkerung mit leichten Symptomen auf, sich zunächst an ihren Hausarzt zu wenden, um so die Ressourcen der Notaufnahmen für die am stärksten gefährdeten Patienten zu reservieren.

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01.07.26

Fotos aus diesen Quellen: Martha Dominguez de Gouveia, Unsplash

Autoren: Alex Mort