Die Menschen in Luxemburg werfen immer noch zu viel Müll weg

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Die siebte nationale Analyse der Zusammensetzung des Hausmülls für den Zeitraum 2024/2025, die von der Umweltbehörde (Administration de l'environnement) durchgeführt wurde, verzeichnete einen Rückgang des durchschnittlichen Abfallaufkommens auf 154 kg pro Kopf. Dies entspricht einem Rückgang von 5,4 % gegenüber dem Zeitraum 2021/2022. Dieser positive Trend ist auf den Ausbau der getrennten Sammelsysteme und auf Aufklärungskampagnen zurückzuführen; dennoch besteht weiterhin erhebliches Verbesserungspotenzial: Experten gehen davon aus, dass fast drei Viertel des Inhalts von Restmülltonnen recycelt werden könnten, wenn der Abfall korrekt sortiert würde.
Serge Wilmes, Minister für Umwelt, Klima und Biodiversität, stellte Daten vor, die auf einer Analyse von 15,6 Tonnen Abfall aus 15 repräsentativen Gemeinden basieren. Eine der wichtigsten Erkenntnisse betraf die Auswirkungen des volumenabhängigen Abfallgebührenmodells. In Gemeinden, in denen die Kennzeichnung und Verwiegung von Abfallbehältern eingeführt wurde, produziert jeder Einwohner im Durchschnitt 27 kg weniger Restmüll pro Jahr. Der wirtschaftliche Anreiz motiviert die Haushalte dazu, verantwortungsbewusster zu trennen.
Trotz eines allgemeinen Rückgangs des Verpackungsanteils auf 21,6 % stellten die Forscher in der Kategorie Papierprodukte einen widersprüchlichen Trend fest. Während die Menge an Papier und Pappe in den Restmülltonnen um 29 % zurückging, stieg die Zahl der Papiertüten um 48 %. Die Behörden betonen, dass saubere oder leicht verschmutzte Tüten der speziellen Sammlung zum Recycling zugeführt werden sollten, anstatt sie als Restmüll zu entsorgen.
Der Bericht widmet Bioabfällen besondere Aufmerksamkeit, die 37 % des Gewichts der „schwarzen Tonne“ ausmachen, was 57 kg pro Person und Jahr entspricht. Bemerkenswert ist, dass 35 % dieser Menge aus Lebensmitteln bestehen, die noch hätten verzehrt werden können, darunter ungeöffneter Schnittkäse, Fleischprodukte und essbares Gemüse. Durch den Einsatz einer neuen Methode zur Abfallanalyse ist es gelungen, solche Produkte in ihrer Originalverpackung, die zuvor fälschlicherweise als Kunststoff eingestuft wurden, genauer zu identifizieren.
Die Analyse deckte zudem erhebliche Unterschiede bei der Mülltrennung zwischen städtischen und ländlichen Gebieten auf. In Städten fällt eine höhere Menge an Bioabfällen (45 kg gegenüber 31 kg in ländlichen Gebieten), Papier, Kunststoff und Hygieneartikeln an. Die Statistiken bestätigen einen direkten Zusammenhang: Je höher die Bevölkerungsdichte, desto weniger streng halten sich die Bewohner an die Regeln der getrennten Sammlung.
Gleichzeitig bleibt der Anteil an Sondermüll, Elektronikschrott und Batterien konstant niedrig. Dies belegt die Wirksamkeit der spezialisierten Sammelstellen und Rücknahmestellen. Dennoch bleibt das übergeordnete Ziel unverändert: die Menge an Abfällen, die zur SIDOR-Verbrennungsanlage oder zur Deponie Flaxweiler gelangt, so gering wie möglich zu halten.





