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Luxtoday

Ist Cadmium aus Frankreich gefährlich?

Zuletzt aktualisiert
28.05.26
Cadmium in Luxembourg

Roman Synkevych, Unsplash

Ende März veröffentlichte die französische Nationale Agentur für Ernährung, Umwelt sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (ANSES) eine dringende Warnung, wonach fast die Hälfte der französischen Bevölkerung überhöhten Cadmiumkonzentrationen ausgesetzt ist. Dieses giftige Schwermetall ist offiziell als krebserregender und erbgutverändernder Stoff eingestuft und stellt ein ernsthaftes Risiko für das Fortpflanzungssystem dar. Cadmium reichert sich über viele Jahre hinweg im menschlichen Körper an, vor allem in den Nieren und im Knochengewebe, und wird nur äußerst langsam ausgeschieden. Eine langfristige Exposition gegenüber diesem Element steht in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Nierenversagen und Osteoporose sowie einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten.

Obwohl Cadmium als natürlich vorkommendes Element in Boden, Wasser und Luft vorhanden ist, hat seine Konzentration aufgrund industrieller Aktivitäten und intensiver Landwirtschaft erheblich zugenommen. Eine besondere Rolle spielen dabei Phosphatdünger, die Metallverunreinigungen enthalten, da sich diese Verunreinigungen im Laufe der Zeit im Ackerland anreichern. Das Gift gelangt vom Boden in die Nahrungskette, indem es von Nutzpflanzen wie Weizen, Kartoffeln, Gemüse und Kakaobohnen aufgenommen wird.

Die kritische Lage in Frankreich ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass die dortige Landwirtschaft importierte Phosphatdünger aus Regionen verwendet, in denen traditionell hohe Cadmiumwerte auftreten. Zudem erlaubt die französische Gesetzgebung höhere Düngemittelausbringungsmengen als in den europäischen Normen empfohlen. Gleichzeitig hat die luxemburgische Veterinärbehörde (ALVA) bei ihren regelmäßigen Kontrollen in den letzten Jahren keine systematischen Verstöße festgestellt, da die nationalen Behörden die Vorschriften der Europäischen Union strikt einhalten. 

Zwischen 2009 und 2024 analysierten die Experten der Behörde mehr als 1.500 Lebensmittelproben, wobei nur in Einzelfällen Werte festgestellt wurden, die die gesetzlichen Grenzwerte überschritten. Erhöhte Cadmiumwerte wurden gelegentlich in Weizen-Babynahrung, Shiitake-Pilzen, Kakaopulver, Spinat und Seetang nachgewiesen; alle bedenklichen Chargen wurden jedoch umgehend aus dem Einzelhandel zurückgerufen. Daten einer europaweiten Studie aus dem Jahr 2022 bestätigen, dass Luxemburg diesem Risiko deutlich weniger ausgesetzt ist: Hohe Cadmiumkonzentrationen wurden nur bei 4,6 % der erwachsenen Bevölkerung des Landes festgestellt, verglichen mit 38 % in Frankreich.

Um das individuelle Risiko zu minimieren, empfiehlt das luxemburgische Gesundheitsministerium den Bürgern in erster Linie, das Rauchen vollständig aufzugeben und Passivrauchen zu vermeiden, da Tabak eine der Hauptquellen für diese Substanz ist. Experten raten zudem zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung und betonen, dass es nicht notwendig ist, bestimmte Lebensmittel vollständig zu meiden. Besitzern von privaten Gemüsegärten wird empfohlen, Mineraldünger in Maßen zu verwenden und bei Verdacht auf eine Kontamination eine Bodenanalyse durchführen zu lassen.

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Zuletzt aktualisiert
28.05.26

Fotos aus diesen Quellen: Roman Synkevych, Unsplash

Autoren: Alex Mort