Luxemburg diskutiert erneut über eine Zuckersteuer

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In Luxemburg wird zunehmend über die Einführung einer Steuer auf Zucker in Erfrischungsgetränken diskutiert. Nachdem der Rechnungshof im November vorgeschlagen hatte, diese Möglichkeit zu prüfen, um den Haushalt weniger abhängig von Tabakeinnahmen zu machen, hat sich die Patientenvereinigung Patiente Vertriedung erneut für diese Idee stark gemacht. Die Organisation, die die Interessen der Patienten im Großherzogtum vertritt, hat ihre Forderung nach einer Steuer auf Zucker in Erfrischungsgetränken und Säften bekräftigt.
Der Grund dafür waren alarmierende Daten zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Nach Angaben des Verbandes ist jedes fünfte Kind im Alter von 11 bis 12 Jahren übergewichtig, und bei jedem dritten Kind wurde unbehandelte Karies diagnostiziert. Bei den Jungen ist der Anteil der übergewichtigen oder fettleibigen Kinder von 15 % im Jahr 2014 auf 22 % im Jahr 2022 gestiegen, bei den Mädchen von 11 % auf 16 %. Diese Zahlen spiegeln einen stetigen Trend wider, den die Organisation direkt mit übermäßigem Zuckerkonsum in Verbindung bringt.
Zuvor hatte das Observatoire de la santé (Gesundheitsobservatorium) betont, dass eine Zuckersteuer Teil einer umfassenderen Strategie zur Prävention chronischer Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas sein könnte. Patiente Vertriedung betont, dass Prävention keine Frage der persönlichen Disziplin ist, sondern ein Bereich kollektiver und politischer Verantwortung.
Befürworter der Steuer betonen, dass ihr Zweck nicht darin besteht, die Steuerlast für Verbraucher zu erhöhen, sondern Hersteller dazu anzuregen, den Zuckergehalt in Getränken zu reduzieren. Als Argument führen sie die Erfahrungen des Vereinigten Königreichs an, wo eine ähnliche Maßnahme bereits umgesetzt wurde. Nach Angaben des Verbandes konsumierte der durchschnittliche britische Haushalt bis März 2019 30 Gramm weniger Zucker pro Woche, was einer Reduzierung von etwa 10 % entspricht. Darüber hinaus wird geschätzt, dass durch die Einführung der Steuer etwa 5.000 Fälle von Fettleibigkeit verhindert wurden und die Zahl der aufgrund von Karies gezogenen Zähne um ein Viertel zurückgegangen ist.
Dennoch lehnte die luxemburgische Regierung im Sommer 2024 die Idee einer Steuer ab und entschied sich stattdessen für Informationskampagnen und Prävention. Patiente Vertriedung hält solche Maßnahmen für gerechtfertigt, aber unzureichend.





