CHL reißt eine historische Mühle ab

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Die berühmte Windmühle, die seit vielen Jahren ein Wahrzeichen des Luxemburger Krankenhauszentrums (CHL) ist, wird vorübergehend von ihrem gewohnten Standort verschwinden. Das Bauwerk wird abgebaut, konserviert und wenige Meter von seinem derzeitigen Standort entfernt wieder aufgebaut. Diese Entscheidung ist Teil eines groß angelegten Plans zum Bau einer neuen, größeren Notaufnahme.
Dr. Martine Georgen, Direktorin von CHL, erklärte, dass der derzeitige Standort der Mühle in das Entwicklungsgebiet für eine medizinische Einrichtung von kritischer Bedeutung fällt. Die neue Einrichtung ist darauf ausgelegt, einen erhöhten Patientenstrom zu bewältigen und wirksam auf Krisen wie Pandemien oder Großereignisse zu reagieren. Das Projekt sieht insbesondere eine verbesserte Zufahrt für Rettungswagen sowie eine optimierte interne Logistik vor.
Die Frage der Verlegung der Mühle war äußerst komplex, da sie seit über 20 Jahren offiziell unter Denkmalschutz steht und als wichtiger Teil des industriellen Erbes Luxemburgs gilt. Kulturminister Eric Thill merkte an, dass die größte Herausforderung darin bestand, einen Mittelweg zwischen dringenden gesundheitlichen Erfordernissen und der Bewahrung des historischen Charakters der Stadt zu finden.
Schließlich wurde ein Kompromiss erzielt:
- Das Gebäude wird am neuen Standort komplett neu errichtet.
- Vor dem Abbau des Bauwerks führten die Experten eine detaillierte Vermessung durch und machten rund 5.000 Fotos davon.
- Im Laufe von drei Monaten wird die Mühle in Abschnitten von jeweils zwei Metern abgebaut. Experten gehen davon aus, dass etwa 60 % der ursprünglichen Steine wiederverwendet werden können.
Interessanterweise ist die Idee, das Bauwerk abzubauen und an einen anderen Standort zu verlegen, nicht neu. Laut Dr. Georgen enthielten Archivdokumente, die bis ins Jahr 1958 zurückreichen, bereits Empfehlungen, den Turm aufgrund baulicher Probleme mit dem Fundament zu verlegen; damals wurden die Kosten für die Arbeiten jedoch als zu hoch angesehen.
Der Abbau wird in den kommenden Wochen beginnen; anschließend werden die Bauteile zur sicheren Verwahrung an die Stadtverwaltung übergeben. Die Mühle bleibt bis mindestens 2029 der Öffentlichkeit verborgen. Es ist geplant, sie am Rande des Krankenhausgeländes, näher an der Hauptstraße, wieder aufzubauen, wo das Denkmal besser sichtbar und für Besucher leichter zugänglich sein wird. Die genauen Kosten für den Umzug und den Wiederaufbau wurden von der CHL-Geschäftsführung bislang noch nicht bekannt gegeben.





