In Luxemburg fand die größte Landwirtschaftsmesse statt

Tanner Yould, Unsplash
Die Landwirtschaftsmesse in der Gemeinde Ettelbruck, die größte Messe ihrer Art in Luxemburg, zog an drei Tagen rund 50.000 Besucher an. Neben den traditionellen Ausstellungen von Rindern und Landmaschinen führten die Veranstalter eine Neuheit ein: einen Freiluftbereich für Kleintiere. Wie Anne Dirkse, Mitglied des Organisationskomitees, erklärte, waren Esel, Ziegen, Schafe, Geflügel und Kaninchen bisher ausschließlich in geschlossenen Zelten untergebracht, was die Möglichkeiten, sie der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, einschränkte.
Indem die Tiere ins Freie gebracht wurden, konnten die Experten ihre verhaltensbezogenen und physiologischen Eigenschaften detaillierter beschreiben. Pascale Hoffmann, die sich auf die Pflege von Eseln spezialisiert hat, stellte fest, dass diese Tiere ein ruhigeres Temperament als Pferde haben, jedoch eine ausgeprägte Neigung besitzen, ihre Umgebung einzuschätzen. Insbesondere bei Unterhaltungsveranstaltungen kann es vorkommen, dass Esel sich nach zwanzig Runden weigern, Kinder weiter zu reiten, und damit deutlich ihre körperlichen Grenzen signalisieren.
Gleichzeitig hat sich die Freiluftausstellung zu einem wichtigen Instrument für professionelle Züchter entwickelt. Lucien Koch, Vorsitzender des luxemburgischen Verbandes der Schaf- und Ziegenzüchter, hob die Bedeutung dieses neuen Formats für die Präsentation der Artenvielfalt hervor. Ihm zufolge beläuft sich der gesamte Schafbestand in Luxemburg auf 8.000 bis 10.000 Tiere, darunter Rassen mit spezifischen landwirtschaftlichen Eigenschaften. So müssen beispielsweise einige Rassen aus genetischen Gründen nicht geschoren werden, während andere vor allem zur Pflege von Weihnachtsbaumplantagen eingesetzt werden, da sie sich nicht von Nadelbaumzweigen ernähren. Lucien Koch fügte hinzu, dass die Ausstellung am Freitag vor allem von Schulkindern und professionellen Tierhaltern besucht wurde, die die Tiere im Hinblick auf einen möglichen Kauf begutachteten, während am Wochenende vor allem Familien das Publikum bildeten.





