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Luxtoday

Luxemburg hat die Nachtjagd genehmigt.

Zuletzt aktualisiert
18.02.26
Boar hunt in Luxembourg

Patrick Pahlke, Unsplash

Die luxemburgischen Behörden haben eine Rahmenvereinbarung verabschiedet, die die Nachtjagd im Großherzogtum legalisieren wird. Die Entscheidung wurde auf der dritten Sitzung von „Bësch- a Juegddësch“ getroffen – einer Plattform für den Dialog zwischen Vertretern von Umweltorganisationen, der Forstwirtschaft und Jagdverbänden unter dem Vorsitz von Umweltminister Serge Wilmes. Es handelt sich um eine „Grundsatzvereinbarung“, was bedeutet, dass für das Inkrafttreten der Maßnahme Änderungen der Gesetzgebung erforderlich sind.

Laut Richard Frank, Generalsekretär des Jagdverbands Saint-Hubert (FSHCL), drängt die Jägerschaft seit etwa zehn Jahren auf diesen Schritt. Er betont, dass die Nachtjagd in vielen europäischen Ländern bereits erlaubt ist und als Instrument zur Regulierung der Wildschweinpopulation angesehen wird. Nach vorläufigen Angaben werden Wildschweine das Hauptziel der neuen Maßnahme sein.

Das Argument der Befürworter ist die Notwendigkeit, das Wachstum von Tierpopulationen einzudämmen, die Schäden an der Landwirtschaft und an jungen Waldplantagen verursachen, die im Rahmen von Waldsanierungsprogrammen angelegt wurden. Die Schäden sollen systematisch überwacht werden. In den letzten Jahren hat in einer Reihe von EU-Ländern die Wildschweinpopulation zugenommen, was durch milde Winter und Veränderungen in der Landschaft begünstigt wurde; infolgedessen kam es vermehrt zu Konflikten zwischen Wildtieren und landwirtschaftlichen Erzeugern. Vor diesem Hintergrund wird die Nachtjagd als wirksameres Mittel zur Kontrolle angesehen, da Wildschweine in den Nachtstunden am aktivsten sind.

Die Initiative hat jedoch bei einigen Anwohnern Bedenken ausgelöst. Einer von ihnen, der in Hesperange lebt und früher Jäger war, warnt vor erhöhten Risiken, insbesondere in der Nähe von städtischen Gebieten. Seiner Meinung nach laufen und gehen die Menschen trotz der Warnschilder weiterhin nachts, was die Wahrscheinlichkeit von Unfällen potenziell erhöht. Er glaubt, dass eine Ausweitung dieser Praxis zu einer Zunahme von Vorfällen führen könnte, und macht die Urheber der Entscheidung für die möglichen Folgen verantwortlich.

Neben dem Thema Nachtjagd waren sich die Teilnehmer der Sitzung einig, dass der Zugang zu dieser Aktivität „demokratisiert” und der Einstieg für neue Teilnehmer vereinfacht werden muss. Wie Frank jedoch betont, bedeutet dies nicht, dass die Standards gesenkt werden: Der luxemburgische Jagdschein sei nach wie vor einer der anspruchsvollsten in Europa und umfasse eine strenge theoretische und praktische Ausbildung sowie strenge Sicherheitsanforderungen.

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18.02.26

Fotos aus diesen Quellen: Patrick Pahlke, Unsplash

Autoren: Alex Mort