Luxemburg hat eine Hornissenjagd gestartet

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Das luxemburgische Ministerium für Umwelt, Klima und Biodiversität hat einen Notfallplan für das Jahr 2026 zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) vorgestellt. Das von Minister Serge Vilmes unterzeichnete Dokument sieht direkte finanzielle Unterstützung für Bürger bei der Beseitigung von Nestern auf Privatgrundstücken vor. Hauptziel des Programms ist es, die Entwicklung von Kolonien frühzeitig zu stoppen, um Schäden für lokale Bestäuber und die Imkerei so gering wie möglich zu halten.
Die Ausbreitung dieser invasiven Art in Europa wurde auf EU-Ebene als kritisches Problem anerkannt (Verordnung Nr. 1143/2014). In Luxemburg wird die Situation durch den Klimawandel verschärft: Milde Winter helfen den Gründungsweibchen zu überleben, was im Sommer zu einem starken Anstieg der Kolonienzahl führt. Gleichzeitig betonen die Behörden, dass das Insekt keine unmittelbare Gefahr für den Menschen darstellt, sofern das Nest nicht gestört wird und die Arbeiten Fachleuten überlassen werden.
Die staatliche finanzielle Unterstützung ist so ausgestaltet, dass sie die Erkennung von Ausbrüchen im Frühjahr fördert. Die Höhe der Entschädigung hängt von der Komplexität des Standorts ab:
- Für Start-ups in der Frühphase werden bis zu 50 € bereitgestellt.
- Bis zu 100 € – für Primärnester in fortgeschrittenem Stadium.
- Für die Entfernung großer Sekundärnester, die einen komplexen technischen Eingriff erfordern, werden bis zu 300 € gezahlt.
Um Zahlungen über die Plattform Guichet.lu zu erhalten, müssen strenge Vorschriften eingehalten werden. Die Behandlung muss von einem zertifizierten Fachmann unter Anwendung von Methoden durchgeführt werden, die verhindern, dass Biozide in die Umwelt gelangen. Ein entscheidender Aspekt des Plans ist die korrekte Identifizierung: Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) gilt im Gegensatz zu ihrem asiatischen Gegenstück als nützliche Art und steht unter Naturschutz; daher wird ihre Vernichtung nicht nur nicht bezuschusst, sondern auch nicht empfohlen.
Minister Serge Vilmes wies darauf hin, dass der Plan für 2026 Teil einer langfristigen Strategie zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen ist. Während die Natur- und Forstverwaltung (ANF) für die Populationskontrolle auf staatlichem Grund zuständig ist, liegt im privaten Sektor die Verantwortung für die Hinzuziehung von Experten bei den Landbesitzern. Die Wirksamkeit der Strategie hängt unmittelbar von der Reaktionsgeschwindigkeit im Frühjahr ab, wodurch kostspielige und gefährliche Einsätze am Ende der Saison vermieden werden können.





