Benzin für zwei Euro pro Liter könnte Realität werden

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STATEC hat aktualisierte Prognosen veröffentlicht, die die Energiepreise in Luxemburg mit der geopolitischen Lage im Nahen Osten in Verbindung bringen. Analysten haben zwei zentrale Szenarien identifiziert, die das Wohlergehen der Verbraucher in den kommenden Jahren bestimmen werden.
Einem pessimistischen Szenario zufolge, das von einer Eskalation und einem langwierigen Verlauf der militärischen Feindseligkeiten ausgeht, droht dem Verkehrssektor ein drastischer Anstieg der Kraftstoffkosten. Angesichts der Blockade der Straße von Hormus und der Volatilität an den Börsen könnten die Preise für Diesel und Benzin bereits im Juli dieses Jahres die psychologische Schwelle von 2 € pro Liter überschreiten. Derzeit liegen die Preise an den Tankstellen des Landes sehr nahe an dieser Schwelle: Ein Liter Diesel kostet 1,875 €, Super 95-Benzin 1,824 €.
Im Gegensatz dazu geht STATEC von einem optimistischen Szenario mit „kurzer Dauer des Konflikts“ aus. In diesem Fall rechnen Experten mit einer allmählichen Stabilisierung des Marktes, wobei eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau von 1,50 € pro Liter frühestens für Januar 2027 prognostiziert wird. Bemerkenswert ist, dass die Gas- und Strompreise nach Ansicht der Experten trotz der Instabilität auf dem Kraftstoffmarkt unter Kontrolle bleiben dürften.
Die Energiesituation wirkt sich unmittelbar auf die makroökonomischen Indikatoren des Landes aus. In einem Bericht, der der Regierung im Vorfeld der Dreiergespräche im Juni vorgelegt wurde, warnt STATEC vor der Gefahr einer Rezession. Die hohe Inflation könnte bis September 2027 dreimal den automatischen Lohnindexierungsmechanismus auslösen. Die nächste Erhöhung der Zahlungen wird bereits im Juni erwartet, da die Indexierungsschwelle voraussichtlich im Mai überschritten wird. Dennoch betrachten Experten eine häufige Indexierung während eines wirtschaftlichen Abschwungs eher als Indikator für eine tiefe Krise der Kaufkraft denn als Faktor für das tatsächliche Wachstum des Wohlstands der Bürger.





