Die Einnahmen aus der Kohlenstoffsteuer haben sich zwischen 2017 und 2023 verdreifacht.

Getty Images
Zwischen 2017 und 2023 stiegen die Einnahmen aus Kohlendioxidemissionssteuern in der Europäischen Union besonders stark an. Laut Eurostat stiegen die Einnahmen von 15 Milliarden Euro auf 51 Milliarden Euro und haben sich damit mehr als verdreifacht. Gleichzeitig hat sich die Rolle dieser Steuern im Steuersystem verändert: Ihr Anteil an den gesamten Energiesteuern stieg von 6,0 % auf 19,7 %, was auf eine systemische Verlagerung hin zu einer klimabezogenen Besteuerung hindeutet.
In den EU-Statistiken werden Kohlenstoffsteuern als Abgaben auf den Kohlenstoffgehalt fossiler Brennstoffe sowie als Steuern auf andere Treibhausgase definiert. Zu dieser Kategorie gehören auch staatliche Einnahmen aus Versteigerungen von Emissionszertifikaten im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems, wodurch die Verbindung zwischen Steuerpolitik und marktbasierten Mechanismen zur Emissionsminderung gestärkt wird.
Die Einnahmenstruktur zeigt, dass die finanzielle Belastung hauptsächlich auf Unternehmen lastet. Im Jahr 2023 entfielen 76,4 % aller CO2-Steuereinnahmen auf Unternehmen, während Haushalte 22,3 % und Nichtansässige nur 1,3 % beitrugen. Diese Verteilung spiegelt den Ansatz der EU wider, wonach die wichtigsten Emissionsquellen – Industrie und Energie – auch die größten Beitragszahler sind.
Betrachtet man die Steuern nach Art der wirtschaftlichen Tätigkeit (NACE-Klassifikation), so steht der Energiesektor, einschließlich der Erzeugung und Lieferung von Strom, Gas, Dampf und Klimatisierung, mit einem Anteil von 30,1 % aller Kohlenstoffsteuern an erster Stelle. Dicht dahinter folgt das verarbeitende Gewerbe mit einem Anteil von 29,4 %. Diese Konzentration macht deutlich, dass energieintensive Industrien nach wie vor das zentrale Ziel der klimapolitischen Steuerpolitik sind.
Der starke Anstieg der Einnahmen über sechs Jahre hinweg kann auf zwei Arten interpretiert werden. Einerseits spiegelt er höhere Steuersätze und eine breitere Abdeckung der CO2-Besteuerung im Rahmen des Europäischen Grünen Deals wider. Andererseits weist er auf die anhaltende Abhängigkeit der Wirtschaft von fossilen Brennstoffen hin, da erhebliche Einnahmen nur möglich sind, wenn die Emissionen fortbestehen. In diesem Sinne spiegeln die Eurostat-Daten nicht nur den Erfolg der fiskalischen Instrumente wider, sondern auch das Ausmaß der Aufgabe, den CO2-Fußabdruck der EU-Wirtschaft tatsächlich zu verringern.





