STATEC prognostiziert die Zukunft der luxemburgischen Wirtschaft

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Das luxemburgische Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien (STATEC) hat aktualisierte makroökonomische Prognosen veröffentlicht, in denen die wichtigsten Trends für 2026 und darüber hinaus hervorgehoben werden. Der Schwerpunkt liegt auf einer früheren Lohnindexierung, einer Entlastung des Inflationsdrucks durch Energieressourcen und einer allmählichen Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt.
Die automatische Lohnindexierung, die zuvor für Sommer 2026 erwartet wurde, wird nun für das zweite Quartal – von April bis Juni – prognostiziert. Dies basiert auf einer erwarteten Inflationsrate von 1,8 % in diesem Jahr, wodurch der Standardmechanismus zur Einkommensanpassung aktiviert wird. Die Erhöhung wird 2,5 % betragen und sich auf Gehälter, Renten und Zahlungen an Beamte auswirken. In der Praxis bedeutet dies, dass die Bruttogehälter mit dem Faktor 1,025 multipliziert werden. Der Indexierungsmechanismus bleibt eines der wichtigsten Instrumente zur Erhaltung der Kaufkraft in einem Land mit einem hohen Anteil an Lohnempfängern und einer erheblichen Abhängigkeit von grenzüberschreitender Arbeit.
Das Inflationsbild wird zunehmend gemischt. Einerseits rechnet STATEC mit sinkenden Energiepreisen: 2026 könnten Strom, Gas und Öl um durchschnittlich 6,3 % und 2027 um weitere 3,5 % günstiger werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Stärkung des Euro, die importierte Ressourcen verbilligt. Dies wird der Hauptfaktor sein, der die Gesamtinflation dämpft.
Auf der anderen Seite bleibt der Druck im Lebensmittel- und Dienstleistungssegment bestehen. Die Lebensmittelpreise werden in diesem Jahr voraussichtlich um 2,8 % steigen, während Dienstleistungen um 2,2 % teurer werden. Mittelfristig dürfte sich die Inflation jedoch um das Zielniveau von 2 % stabilisieren, was den Leitlinien der Europäischen Zentralbank entspricht und eine Rückkehr zu einer besser vorhersehbaren Preisdynamik signalisiert.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt schwierig, obwohl es Anzeichen für eine künftige Verbesserung gibt. Am 31. Januar waren landesweit 21.255 Arbeitslose gemeldet, was einer Quote von 6,3 % entspricht. Der Anstieg betraf alle Altersgruppen, war jedoch bei hochqualifizierten Fachkräften besonders ausgeprägt. Der größte Druck ist in den Bereichen Verwaltungsunterstützung, Buchhaltung und Informationstechnologie zu spüren – ein Trend, der seit mehreren Monaten zu beobachten ist und strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft widerspiegelt.
STATEC verbindet die Aussichten auf einen Rückgang der Arbeitslosigkeit mit der erwarteten Beschleunigung des Wirtschaftswachstums. Bis 2029 könnte die Quote auf 5,2 % sinken. Angesichts des offenen und exportorientierten Wirtschaftsmodells Luxemburgs wird die Dynamik jedoch von den äußeren Bedingungen abhängen.





