Die Gleichstellung der Geschlechter bleibt vorerst nur auf dem Papier bestehen

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Frauen in Luxemburg sind in einer Reihe von Wirtschaftsbereichen nach wie vor unterrepräsentiert. Laut dem Bericht 2025 der Beobachtungsstelle für die Gleichstellung der Geschlechter (Observatoire de l’égalité entre les genres) arbeiten sie häufiger in Teilzeit, tragen die Hauptverantwortung für die Hausarbeit und beziehen im Durchschnitt niedrigere Einkommen und Renten als Männer. Dennoch stellt Yuriko Backes, Ministerin für Gleichstellung und Vielfalt, erhebliche Verbesserungen in diesem Bereich fest.
In den letzten zehn Jahren ist Luxemburg im Ranking des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen um 10 Plätze nach oben geklettert und hat damit die geschlechtsspezifische Kluft bei den Beschäftigungsquoten deutlich verringert. Dieser positive Trend wird durch einen Anstieg der Zahl der Frauen, die eine Vollzeitbeschäftigung aufnehmen, sowie durch einen Anstieg der Zahl der Männer, die Elternzeit in Anspruch nehmen, untermauert.
Das Dokument widmet der finanziellen Ungleichheit besondere Aufmerksamkeit. Betrachtet man den Stundenlohn, so verdienen Frauen in Luxemburg etwas mehr als Männer, was zum Teil auf den hohen Anteil von Frauen im umfangreichen öffentlichen Sektor zurückzuführen ist. Berücksichtigt man jedoch Jahresgehälter und Bonuszahlungen, verdienen Männer für gleichwertige Arbeit nach wie vor mehr. Auch die Rentenlücke bleibt ein bedeutendes Problem: Obwohl sich der Unterschied allmählich verringert, da immer mehr Frauen in den Arbeitsmarkt eintreten, hinkt Luxemburg in dieser Hinsicht den meisten europäischen Ländern weiterhin hinterher.
Die überraschendsten Ergebnisse ergaben sich aus der Umfrage zu Geschlechterstereotypen. Die Studie zeigte, dass 46 Prozent der Männer es für akzeptabel halten, die Finanzen ihrer Partnerin zu kontrollieren. Bemerkenswert ist, dass auch 26 Prozent der befragten Frauen dieser Aussage zustimmten. Neben diesen nach wie vor bestehenden gesellschaftlichen Einstellungen hebt der Bericht einen alarmierenden Trend im Bereich der häuslichen Gewalt hervor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der polizeilichen Einsätze im Zusammenhang mit häuslichen Auseinandersetzungen um 10 Prozent. Im Jahr 2025 suchten rund 6.000 Opfer Hilfe bei spezialisierten Hilfsdiensten.





