Die luxemburgischen Behörden bereiten ein Gesetz gegen verbale Aggressionen in öffentlichen Verkehrsmitteln vor.

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Die luxemburgische Regierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der darauf abzielt, die Zunahme verbaler Aggressionen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu bekämpfen. Laut offiziellen Statistiken bleibt die Zahl der körperlichen Angriffe relativ stabil, während die Zahl der Beleidigungen und verbalen Drohungen, vor allem gegen Fahrer, weiter zunimmt.
Im Busnetz der Hauptstadt (AVL) steht die überwiegende Mehrheit der Vorfälle im Zusammenhang mit verbaler Aggression. Im Jahr 2025 gab es 163 Fälle von aggressivem Verhalten gegenüber Fahrern, davon 152 verbale Beleidigungen. Stadtrat Patrick Goldschmidt merkte an, dass dies weniger als ein Vorfall pro Tag für die gesamte Flotte ausmacht, das Problem jedoch eine systematische Reaktion erfordert.
Er wies darauf hin, dass in den Ausschreibungsunterlagen für Verkehrsunternehmen besonderer Wert auf die Schulung des Personals gelegt wird, einschließlich Kursen zum Konfliktmanagement. Subunternehmer sind verpflichtet, alle Vorfälle zu melden, und laut Goldschmidt tun sie dies auch sehr gründlich. Darüber hinaus sind alle AVL-Busse mit Panikknöpfen ausgestattet: Wenn diese gedrückt werden, trifft die Polizei oder der städtische Dienst in der Regel innerhalb von zwei bis drei Minuten am Ort des Geschehens ein.
Die Frage der Installation von Schutzkabinen für Fahrer sorgt für einige Kontroversen. Der Verband unabhängiger Gewerkschaften Luxemburgs (Onofhängege Gewerkschaftsbond Lëtzebuerg, OGBL) besteht auf deren Einführung, um vor körperlicher Gewalt und Spucken zu schützen. Die Behörden der Hauptstadt halten diese Maßnahme für städtische Strecken für übertrieben und weisen darauf hin, dass solche Kabinen eher für ländliche Strecken mit langen Abständen zwischen den Haltestellen geeignet sind. Gleichzeitig sehen die Verträge für das nationale RGTR-Busnetz bereits vor, dass alle neuen Busse entweder mit einer Kabine oder einer Schutzscheibe ausgestattet sein müssen. Nach Angaben des Ministeriums für Mobilität und öffentliche Arbeiten waren im Januar etwa 59 % der RGTR-Linien mit einer Form des Fahrerschutzes ausgestattet, obwohl es technisch nicht immer möglich ist, Scheiben in älteren Modellen zu installieren.
Auch im Straßenbahnnetz werden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Seit August sind Mitarbeiter einer externen Sicherheitsfirma auf den LuxTram-Strecken im Einsatz und bewachen sowohl die Endhaltestellen als auch das Innere der Straßenbahnen. LuxTram-Direktor Helge Dorstewitz sagte, dass diese Maßnahme zwar nicht alle Aggressionen verhindern könne, das Unternehmen sich aber insgesamt „ausreichend gut vorbereitet“ fühle. Wesentliche Änderungen an der Strategie sind bislang nicht geplant, gezielte Sicherheitsverbesserungen werden jedoch nicht ausgeschlossen.
Die Antwort auf dieses Problem war der Gesetzentwurf Nr. 8335 des Ministeriums für Mobilität und öffentliche Arbeiten. Das Dokument sieht die Schaffung nationaler Verhaltensregeln für den öffentlichen Nahverkehr vor und führt erstmals einen einheitlichen Katalog von Verstößen mit klar definierten Bußgeldern ein. Es ist ein System von Kontrollen, sofortigen Bußgeldern und festen Strafen geplant, damit die Fahrgäste klar verstehen, welches Verhalten akzeptabel ist und welches nicht. Die Behörden hoffen, dass transparente Regeln und ein einheitlicher Strafmechanismus das Ausmaß an Aggressionen verringern und die Sicherheit der Verkehrsbeschäftigten im ganzen Land erhöhen werden.





