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Luxtoday

Die Menschen in Luxemburg brauchen Trauerurlaub

Zuletzt aktualisiert
17.07.26
Mothers' grief in Luxembourg

Valeriia Miller, Unsplash

Im Januar 2023 verlor Laetitia Sutil ihre Tochter Gaïa, deren Herz am errechneten Geburtstermin aufhörte zu schlagen. Acht Monate später erlitt sie in der 15. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt und verlor ihren Sohn Gianni. Diese Tragödien haben erhebliche Lücken in der luxemburgischen Gesetzgebung aufgezeigt. 

Derzeit sieht das Gesetz Sonderurlaub nach dem Verlust eines Kindes nur dann vor, wenn der Tod nach der 21. Schwangerschaftswoche eingetreten ist. Folglich war das Paar nach seinem zweiten Verlust gezwungen, eine reguläre Krankschreibung zu beantragen, um Zeit für die grundlegende Erholung zu erhalten.

Menschenrechtsaktivisten weisen besonders auf die prekäre Lage von Vätern hin. Nach dem Tod seiner Tochter erhielt Laetitias Partner lediglich drei Tage Freistellung, was sie selbst als unzureichend erachtet. Auch der Verein „Stärekanner“, eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Unterstützung von Familien spezialisiert hat, die Kinder verloren haben, betont den gravierenden Mangel an Unterstützung für Männer. Kürzlich berichteten Vertreter der Organisation vom Tod eines der von ihnen betreuten Väter, der mit dem verheerenden Verlust nicht zurechtkam. Martine Pinnel, Vorsitzende von Stärekanner, betont, dass beiden Elternteilen ausreichend Zeit eingeräumt werden muss, um das Trauma zu verarbeiten, die Beerdigung zu organisieren und qualifizierte psychologische Unterstützung zu erhalten, und fordert, dass staatliche Mittel an spezialisierte Organisationen bereitgestellt werden.

Gleichzeitig verzögern sich die versprochenen Rechtsreformen. Die LSAP-Abgeordnete Claire Delcourt hat parlamentarische Anfragen eingereicht, in denen sie Klarheit über den Zeitplan für die Verabschiedung des Gesetzentwurfs zum Elternurlaub bei Verlust eines Kindes fordert. Diese Maßnahme ist im Koalitionsvertrag vorgesehen, wurde jedoch noch nicht umgesetzt. Sollte die Regierung bis zum Herbst keine konkreten Maßnahmen ergreifen, plant die Oppositionspartei, einen eigenen Gesetzentwurf einzubringen.

Neben der Änderung des gesetzlichen Rahmens schlägt die Initiativgruppe vor, neue Richtlinien in Gesundheitseinrichtungen einzuführen. Insbesondere wird vorgeschlagen, an den Türen von Zimmern für Frauen, die ein Kind verloren haben, spezielle Warnschilder anzubringen, um unangemessene Bemerkungen des Personals zu verhindern, und leere Babybetten routinemäßig aus diesen Räumen zu entfernen. Auf kommunaler Ebene besteht zudem die Notwendigkeit, Familien besser über ihr Recht auf amtliche Registrierung sowie auf Bestattung oder Einäscherung von totgeborenen Kindern zu informieren. Laetitia Sutil betont, dass Fehlgeburten und der Verlust von Kindern kein Tabuthema in der Gesellschaft bleiben dürfen und dass eine öffentliche Diskussion über dieses Thema ein notwendiger Schritt zur Schaffung eines wirksamen Unterstützungssystems ist.

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17.07.26

Fotos aus diesen Quellen: Valeriia Miller, Unsplash

Autoren: Alex Mort