EU-Geburtenraten erreichen Rekordtief

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Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat neue Daten veröffentlicht: Im Jahr 2023 werden in den EU-Ländern 3,67 Millionen Kinder geboren. Das sind 5,4 Prozent weniger als im Jahr 2022, als 3,88 Millionen Geburten registriert wurden. Dieser starke Rückgang ist der größte jährliche Rückgang der Geburtenrate in der EU seit 1961.
Die durchschnittliche Fruchtbarkeitsrate in der EU ist von 1,46 im Jahr 2022 auf 1,38 Kinder pro Frau gesunken. Dies deutet auf eine anhaltende demografische Krise hin, die durch einen Komplex von Faktoren verursacht wird, der von wirtschaftlicher Instabilität über Veränderungen des Lebensstils bis hin zu später Mutterschaft reicht.
Bulgarien hat im Jahr 2023 mit 1,81 Kindern pro Frau die höchste Geburtenrate unter den EU-Ländern. Dahinter folgen Frankreich mit 1,66 und Ungarn mit 1,55.
Am anderen Ende der Rangliste stehen die Länder mit den niedrigsten Quoten. Malta verzeichnete 1,06 Kinder pro Frau, Spanien 1,12 und Litauen 1,18.
Mit einer Geburtenrate von 1,25 gehört Luxemburg zu den Ländern mit den niedrigsten Quoten in der EU. Dies ist niedriger als in Deutschland (1,3) und Italien (1,24), aber höher als in Malta oder Spanien.
Trotz seines hohen Lebensstandards steht Luxemburg vor den gleichen Problemen wie andere europäische Länder. Die Hauptgründe für die niedrige Geburtenrate sind:
- Hohe Kosten für Wohnen und Kindererziehung.
- Spätes Heiratsalter und Geburt des ersten Kindes.
- Berufliche Prioritäten bei jungen Familien.
- Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Kindergärten, trotz finanzieller Unterstützung durch den Staat.
Die demografische Situation in der EU bleibt angespannt. Trotz der Migrationsströme, die den natürlichen Bevölkerungsrückgang teilweise kompensieren, ist die sinkende Geburtenrate alarmierend. Eine alternde Gesellschaft, eine abnehmende Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und ein erhöhter Druck auf die Sozialsysteme sind nur einige der Folgen.
Experten stellen fest, dass selbst in Ländern mit einer relativ hohen Fruchtbarkeit (z. B. Frankreich) die Raten allmählich zurückgehen. Zu den Hauptgründen gehören wirtschaftliche Unsicherheit, hohe Kosten für die Kindererziehung, veränderte Lebensprioritäten der jüngeren Generationen und ein Aufschub der Heirat.
Eine Reihe von EU-Ländern hat bereits familienfördernde Maßnahmen eingeführt, wie z. B. finanzielle Zuschüsse zum Kinderkriegen, Steuererleichterungen und erschwingliche Kindergärten, aber bisher haben diese Schritte den allgemeinen Trend nicht umkehren können. Auch Luxemburg hat ein Familienförderungsprogramm, aber die Geburtenrate liegt nach wie vor deutlich unter dem Ersatzniveau von 2,1.
Die sinkende Geburtenrate in der EU wird immer mehr zu einem sichtbaren Problem. Wenn der Trend anhält, wird Europa in den kommenden Jahrzehnten mit noch tiefgreifenderen demografischen Veränderungen konfrontiert sein, einschließlich Arbeitskräftemangel und zunehmendem Druck auf die Rentensysteme.

